Wallfahrtsort Lourdes: Grotte unter Wasser

Für Tausende Gläubige endet die Pilgerreise mit einer Enttäuschung: In Lourdes ist die berühmte Grotte nicht zu erreichen - Hochwasser hat sie überflutet. Im Wallfahrtsort kennt man das Problem bereits.

Lourdes - 1858 soll einem Hirtenmädchen in der Grotte von Lourdes die Jungfrau Maria erschienen sein. Seitdem pilgern Menschen in den südfranzösischen Ort - in der Hoffnung auf Heilung von Gebrechen oder auf Wunder. Derzeit bleibt Pilgern allerdings der Zutritt verwehrt - ein Hochwasser hat die Grotte überflutet.

Tausende Gläubige müssen nun wohl wieder abreisen, ohne die Wallfahrtsstätte besucht zu haben. Betroffen war unter anderem eine Reisegruppe mit 3000 Gläubigen aus Nordfrankreich, die nach Angaben des Wallfahrtsorts ursprünglich am Mittwoch anreisen wollte.

Lourdes' Bürgermeister Jean-Pierre Artiganave sagte, die Pilgerstätte werde erst wieder geöffnet, wenn die Sicherheit der Besucher garantiert werden könne. Das werde vermutlich erst Ende der Woche der Fall sein.

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Lourdes: Land unter im Wallfahrtsort
Bereits am Dienstag stand das Wasser nach heftigen Regenfällen 1,40 Meter hoch. Videoaufnahmen zeigten, wie das Wasser in der Grotte umherschwappte. Im Verlauf des Tages wurden alle Stätten des Wallfahrtsorts geschlossen, auch der höher gelegene Pilgerweg und die dortige Basilika. Rund tausend Gäste von Hotels, die nahe des über die Ufer getretenen Flusses Gave de Pau liegen, wurden in Notunterkünfte gebracht. Am Mittwoch begann das Wasser ganz langsam wieder abzufließen.

Insgesamt wurden in der Region im Südwesten Frankreichs rund 2000 Menschen vor dem Hochwasser in Sicherheit gebracht, einige davon mit Hubschraubern. In der südlich von Lourdes gelegenen Gemeinde Pierrefitte-Nestalas wurde laut Behördenangaben ein älteres Ehepaar im Auto von einer Flutwelle überrascht. Die rund 70 Jahre alte Frau befreite sich aus dem Auto, wurde von den Wassermassen fortgerissen und starb. Ihr Mann wurde von dem Wasser ans Auto gepresst und konnte gerettet werden.

Rund sechs Millionen Menschen jährlich besuchen Lourdes, einen der berühmtesten Wallfahrtsorte der katholischen Kirche. Freiwillige haben bereits angekündigt, die Grotte zu säubern, wenn das Wasser abgeflossen ist. Dieser Arbeit fiel bereits im vergangenen Jahr an. Im Oktober 2012 verursachten schwere Überschwemmungen Schäden von rund 1,3 Millionen Euro.

ulz/AFP/Reuters/AP

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