Beliebte Motive: Was hinter den Tattoo-Klassikern steckt

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Schwalben, Sterne, Totenköpfe zählen zu den beliebtesten Tätowierungen. Auch wenn Tattoos meist persönliche Bedeutungen haben, steckt bei vielen noch etwas anderes dahinter. Ein kurzer Überblick zu Klassikern der Tattoo-Geschichte.

Tattoos: Klassische Motive - und ihre Bedeutung Fotos
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Hamburg - Martin Hüschen wollte nicht länger warten. Der Fan des Fußballclubs Borussia Dortmund ließ sich das Gesicht des Trainers Jürgen Klopp auf den Rücken tätowieren. Und obwohl die Mannschaft damals, im März 2011, noch gar nicht Deutscher Meister war, ließ er sich die Meistertrophäe noch größer neben "Kloppos" Antlitz stechen. Nun zeugt sein ganzer oberer Rücken von der Leidenschaft für Borussia Dortmund.

Dass Jürgen Klopp nicht ewig Trainer beim BVB bleiben wird? Geschenkt. Manche Liebe vergeht, Tattoos bleiben. Laut einer Umfrage der Uni Leipzig waren 2009 etwa 25 Prozent der 25 bis 34 Jahre alten Deutschen tätowiert. Auch in der Gruppe der 14- bis 24-Jährigen war es noch mehr als jeder Fünfte. Laut einer aktuellen, kleineren Umfrage der "Bild am Sonntag" trägt heute jeder zehnte Deutsche ein Tattoo.

Waren die Verzierungen früher vor allem im Gefängnismilieu oder in der Seefahrt weit verbreitet, haben sie über die Rockabilly- und Punkbewegung längst die Mitte der Gesellschaft erreicht. Einen großen Anteil daran haben Popstars und Sportler, die mit ihren Körperbemalungen Vorbilder schaffen. "Seit Ende der Neunziger haben Tattoos mehr und mehr den Coolness-Stempel bekommen", sagt Psychologe Dirk Hofmeister von der Uni Leipzig.

Mit der wachsenden Verbreitung veränderte sich auch der Charakter der Tattoos. "Viele Motive sind nicht mehr so stark ideologisch aufgeladen, wie sie es einmal waren", so Hofmeister. Früher ging es meist auch darum, die Stellung am Rand der Gesellschaft deutlich zu machen. Heute trägt Bettina Wulff ebenso ein Tattoo wie Samantha Cameron, die Frau des britischen Premiers. Dennoch: Wirklich hoffähig scheinen die Körperbemalungen noch nicht zu sein - das zeigen allein die vielen Diskussionen über die Tätowierungen von Wulff und Cameron.

Die Palette an möglichen Motiven ist heute viel breiter, wie Dirk-Boris Rödel anmerkt, Chefredakteur des "Tätowier-Magazins". "Es gibt technisch mehr Möglichkeiten, sich individuell auszudrücken - mit Tattoos, die mit den klassischen Motiven nur noch wenig zu tun haben." Ein Beispiel hierfür ist das große Klopp-Gesicht auf dem Rücken von Martin Hüschen, präzise wie ein Foto.

Doch obwohl Tattoos häufig eine persönliche Geschichte erzählen sollen, gibt es Klassiker, die immer wieder auftauchen - und dann individuell mit Bedeutung versehen werden. Sterne zum Beispiel, Rödel bezeichnet sie als "Blanko-Motiv", in das jeder Tätowierte so ziemlich alles hineininterpretieren könne.

Doch wie ist es mit den weit verbreiteten Tribals, Schwalben oder einer Waffe? Ein kurzer Überblick über ausgewählte Tattoos und ihre Bedeutung:

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