Hohe Temperaturen: Warme Weihnacht in Süddeutschland
Da kommt der Weihnachtsmann in kurzen Hosen: In Süddeutschland werden am Heiligabend Temperaturen von bis zu 18 Grad plus gemessen. Das Tauwetter droht den Rhein über die Ufer treten zu lassen. Der Norden und Osten Europas ist hingegen fest im Griff des Eiswinters.
Offenbach/Köln - Väter in Weihnachtsmannkostüm dürften am Heiligabend unter roter Kutte und weißem Schaumstoffbart ins Schwitzen geraten - zumindest in Süddeutschland. Dort kletterten die Werte am Montagmittag in Richtung der 20-Grad-Marke.
In Freiburg wurden 18 Grad gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. In Hechingen am Westrand der Schwäbischen Alb waren es immerhin 17 Grad. Auf dem Hohen Peißenberg in Bayern mit knapp 1000 Metern Höhe stieg das Thermometer auf 16,6 Grad. Und in München wurden 15,9 Grad gemessen - eine neue Rekordmarke. Die bisherige Höchsttemperatur für einen 24. Dezember war mit 14,5 Grad im Jahr 1977 erreicht worden.
Diese frühlingshaften Temperaturen seien allerdings "nichts, was einen vom Hocker reißt", erläuterte DWD-Meteorologe Thomas Ruppert in Offenbach. "Weihnachtstauwetter ist ein übliches Phänomen." Ähnlich warmes Wetter zu Weihnachten habe es immer wieder gegeben, so etwa auch Ende der siebziger oder Anfang der achtziger Jahre, sagte Ruppert.
Minus 32 Grad in Moskau
Die Anwohner des Rheins stellt das Tauwetter allerdings vor Probleme. Köln und Düsseldorf bereiteten sich darauf vor, dass der Fluss über seine Ufer tritt. In Köln stand das Wasser am Pegel am Mittag bei 7,40 Meter. Schutzmaßnahmen für einen Pegelstand von 9,00 Metern seien ergriffen oder vorbereitet, sagte ein Mitarbeiter der Hochwasserschutzzentrale. Schiffe dürfen nur noch langsam und in Flussmitte fahren. In Düsseldorf wurden die Altstadt und der Ortsteil Hamm geschützt.
Zwischen Iffezheim und Mannheim musste der Oberrhein auf einer Länge von rund 60 Kilometern gesperrt werden. Um Mitternacht hatte der Fluss in Maxau bei Karlsruhe den kritischen Pegelstand von 7,50 Metern überschritten. Vor dem Stadthafen in Karlsruhe schlossen die Behörden als weitere Schutzmaßnahme ein Hafentor, das den Anstieg des Wassers im Stadtbereich verhindern soll.
In Rheinland-Pfalz führten Mosel und andere Flüsse extrem viel Wasser. Allerdings erwarteten die Hochwassermeldezentren in Mainz und Trier ab Montagabend wieder fallende Pegelstände, da es nicht mehr regnen soll.
Muss man im Süden Deutschlands mit den Folgen des Tauwetters umgehen, leidet der Norden und Osten Europas unter einem besonders frostigen Winter.Das Thermometer war in Sibirien in den letzten Tage auf minus 57 Grad gefallen, der schwerste Dezemberfrost seit 50 Jahren. Nun wird auch die Metropolenregion Moskau von heftigen Minusgraden heimgesucht. Mit minus 32 Grad hat die Hauptstadt die bislang kälteste Nacht des Winters erlebt. Auch am größten Flughafen der Metropole, Domodedowo, war es mit minus 30 Grad eisig. Eltern durften selbst entscheiden, ob sie ihre kleinen Kinder in die Grundschule schicken wollten.
Und auch Norwegen hat der Winter fest im Griff: Nachdem Schneestürme am Sonntag den Südwesten des Landes lahmgelegt hatten, mahnten die Behörden weiterhin zur Vorsicht. Autofahrer sollten volltanken, warme Kleidung tragen und Essensvorräte und Getränke mitnehmen, wenn sie auf Bergstraßen unterwegs seien.
cbu/dpa/dapd
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- Montag, 24.12.2012 – 14:59 Uhr
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