Historische Wetterdaten Wie groß sind die Chancen auf weiße Weihnachten?

Die ersten Flocken in diesem Winter sind in vielen Regionen Deutschlands bereits gefallen. Die Analyse historischer Daten zeigt, wo auch an Weihnachten mit Schnee zu rechnen ist.

SPIEGEL ONLINE

Von Manuel Reitz, und


Eine Garantie auf weiße Weihnachten scheinen in Deutschland nur wenige Orte zu haben. Die Zugspitze gehört dazu, aber auch Wendelstein, Großer Arber und Balderschwang. Das zeigt die Analyse von Wetterdaten seit 1979, aus denen sich eine historische Wahrscheinlichkeit errechnen lässt: Wie hoch war der Anteil der Jahre, in denen zwischen Heiligabend und dem zweiten Weihnachtstag an einem Ort Schnee fiel und auch liegen blieb?

Die interaktive Karte zeigt diese historische Wahrscheinlichkeit. Je weißer die Karte eingefärbt ist, desto häufiger gab es weiße Weihnachten, je dunkler desto seltener. Unsere Berechnungen beruhen dabei auf Angaben aller Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), an denen seit 1979 in mindestens 80 Prozent der Jahre entsprechende Daten erhoben wurden. Bewegen Sie den Mauszeiger über die Karte oder klicken Sie auf Mobilgeräten auf einen Kartenbereich, um detailliertere Angaben zur Wetterstation angezeigt zu bekommen.

Die Karte zeigt ein Muster, das nicht wirklich verwundert: Es gibt einen starken Zusammenhang zwischen der Höhenlage einer Wetterstation und der historischen Wahrscheinlichkeit auf weiße Weihnachten. Die hellen bis weißen Fläche zeichnen relativ genau den Verlauf der deutschen Mittelgebirge und des Alpenrands nach.

Für die Suche nach Orten, die dem offensichtlichen Zusammenhang widersprechen, ist das folgende Diagramm hilfreich. So lassen sich beispielsweise Orte identifizieren, an denen trotz niedriger Höhe zur Weihnachtszeit relativ häufig Schnee liegt.

So beträgt an der Wetterstation Neuruppin-Gühlen Glienicke in Brandenburg, trotz der geringen Höhe von 89 Metern, die historische Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten 47 Prozent. Ähnliche Abweichungen lassen sich in Zemitz, Straach, oder Karow (Kreis Parchim) beobachten. Alle diese Ort liegen im Nordosten Deutschlands und haben relativ gute Aussichten auf weiße Weihnachten, gemessen an ihrer Höhenlage.

Allerdings gibt es auch den umgekehrten Fall Mengen-Ennetach, circa 20 Kilometer nördlich vom Bodensee gelegen, in dem trotz einer Höhe von 567 Metern über Normalnull lediglich in jedem vierten Jahr Schnee an den Weihnachtstagen lag. In Schneizlreuth-Ristfeucht am Alpenrand, das sogar einige Meter niedriger liegt, ist die historische Wahrscheinlichkeit mit 83 Prozent dagegen fast dreimal so groß.

Natürlich dürfen die hier dargestellten historischen Wahrscheinlichkeiten nicht mit den Aussichten für das kommende Weihnachtsfest verwechselt werden. Die Analyse gibt zwar einen groben Anhaltspunkt, berücksichtigt im Gegensatz zu einer Wettervorhersage aber nicht die aktuelle Wetterlage.



© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.