Welpenverkauf in Duisburg: Auf den Hund gekommen

Der Besitzer einer Duisburger Zoohandlung hat bundesweit als erster mit dem Verkauf von Hundewelpen begonnen - gegen den Widerstand von Tierschützern. Sie halten den Handel mit den Jungtieren für Quälerei. Verboten ist das Geschäft aber nicht.

Aktivisten der Tierschutzorganisation "Peta": Protest gegen Welpenverkauf Zur Großansicht
dapd

Aktivisten der Tierschutzorganisation "Peta": Protest gegen Welpenverkauf

Duisburg - "Man kann es nicht allen Menschen recht machen", sagt Norbert Zajac. Der 57-jährige Zoofachhändler hat am Freitag trotz des Protests zahlreicher Tierschutzorganisationen damit begonnen, Hundewelpen in seinem Geschäft in Duisburg zu verkaufen. Vor Jahren schon hat sich der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) freiwillig dazu verpflichtet, keine jungen Hunde mehr anzubieten. Zajac fühlt sich daran nicht gebunden, er ist schon lange kein Mitglied mehr in dem Verband.

1975 eröffnete er mit seiner Frau in Duisburg einen Zoohandel auf 65 Quadratmetern, im vergangenen Jahr wurde er zum Unternehmer des Jahres gekürt. Mit 12.000 Quadratmetern Verkaufsfläche ist "Zoo Zajac" nach eigenen Angaben der größte Zoofachmarkt der Welt. Eine Million Menschen strömen jedes Jahr in die Verkaufshallen, etwa genauso viele wie in den Duisburger Zoo. 3000 Tierarten verkauft "Zoo Zajac".

Proteste von Tierschützern

"Ein trauriger Rekord", sagt ein Sprecher des Tierschutzbundes zur Größe des Duisburger Zoohandels. Von einem Hundekauf bei "Zoo Zajac" rät er ab. Interessenten sollten sich besser einen Hund aus einem der überfüllten Tierheime besorgen.

Mehrere Aktivisten der Tierschutzorganisation Peta sehen das genauso, sie demonstrieren vor dem Geschäft gegen den Verkauf. "Wir lehnen Tierzucht grundsätzlich ab", sagt der Sprecher Sebastian Gasior. Ein eigenes Bild habe er sich nicht von dem Verkaufsort machen dürfen, ihm sei der Zutritt vom Sicherheitsdienst verweigert worden.

Norbert Zajac hält die Proteste für überzogen. "Das sind für mich keine Tierschützer", sagt er. Er habe kürzlich eine Bombendrohung erhalten. Er verweist stattdessen auf die 800.000 Euro, die er in die Anlage für die Welpen investiert haben will. In neun jeweils 35 Quadratmeter großen Gehegen will der Zoohändler jedes Jahr 1000 Hunde verkaufen, die er von Züchtern aus dem ganzen Land ankauft. Hundetrainer habe er dazu angestellt, Tierärzte dafür abgestellt und Mitarbeiter ausgebildet.

Spekulationen um die Herkunft der Tiere

Nach eigenen Angaben legt Zajac Tausende Kilometer im Jahr in Begleitung eines Tierarztes zurück, um die Züchter zu begutachten. Tierschützer berichten hingegen, dass er via Internet Hundebesitzer mit Welpen ansprechen würde. Am Eingang des Zoohandels hängt ein Zettel, dass sich Menschen mit jungen Katzen oder Hunden an der Kasse melden sollen.

Schon 2008 war Zajac in die Kritik geraten, weil er junge Katzen ins Angebot aufnahm. Damals habe die Aufregung erheblich zur Nachfrage beigetragen, erklärt er. Das könnte dieses Mal genauso sein.

jbr/dapd

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