"Wetten, dass...?" Anwalt fordert mehr Schmerzensgeld von Pocher

TV-Komiker Oliver Pocher soll für seine Bemerkung in der ZDF-Sendung "Wetten, dass…?" tiefer in die Tasche greifen. Er hatte einer Frau vor laufender Kamera zu einer Schönheitsoperation geraten. Der Anwalt der Betroffenen erhöht die Schmerzensgeldforderung nun von 25.000 auf 35.000 Euro. Begründung: Pocher sei uneinsichtig.

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Kollegen Pocher, Gottschalk bei "Wetten, dass...": "Äußerungen nicht ernst gemeint"
DDP

Kollegen Pocher, Gottschalk bei "Wetten, dass...": "Äußerungen nicht ernst gemeint"

Hamburg - Die Voraussetzung hätten sich geändert, deswegen werde die Schmerzensgeldforderung um 10.000 Euro aufgestockt. Pocher habe gestern Abend bei Dana Gottschalk - so heißt die Frau, die aber nicht mit Moderator Thomas Gottschalk verwandt ist - angerufen. "Wir können diesen Versuch einer Entschuldigung nicht ernst nehmen", sagte Anwalt Jörg Bredemeier gegenüber SPIEGEL ONLINE. Pocher habe seine Äußerungen verharmlost und mit der 28-Jährigen über die Höhe der Entschädigung verhandeln wollen. "Herr Pocher hat immer noch nicht kapiert, dass er keine Sonderrechte hat."

Seine Mandantin, die in einer Kleinstadt lebe, werde seit dem Vorfall dauernd auf der Straße angesprochen, sagte Bredemeier. In Internetforen werde die Frau lächerlich gemacht, allerorten werde über sie hergezogen. Pocher habe mit seinem Anruf nur versucht, Schadensbegrenzung zu betreiben. "Er hat die Chance nicht wahrgenommen, die Sache ordentlich zu regeln. Er ist uneinsichtig", sagte der Anwalt.

Pocher hatte gestern in einer Stellungnahme betont, dass ihm seine Bemerkung Leid tue. "Ich bedauere es sehr, sollte ich Dana Gottschalk verletzt haben. Meine Äußerungen waren jedoch erkennbar satirisch und nicht ernst gemeint. Natürlich bin ich sehr an einer einvernehmlichen Lösung interessiert", ließ er über die Produktionsfirma Brainpool mitteilen.

Auch Pochers Anwalt Christian Schertz betonte heute gegenüber SPIEGEL ONLINE, er und sein Mandant seien an "einer schnellen Lösung zur Zufriedenheit aller Beteiligten" interessiert. Pocher habe deutlich gemacht, dass er die Äußerung bedauere.

Die Bemerkung, um die sich der Streit dreht, hatte Pocher bei der Außenwette der "Wetten, dass...?"-Sendung am vorigen Samstag in seiner Heimatstadt Hannover gemacht. Der 26-jährige TV-Spaßmacher ist eigentlich bei ProSieben ("Rent a Pocher") unter Vertrag. Das ZDF hatte den gebürtigen Hannoveraner aber für die Moderation der Außenwette verpflichtet. Für die Wette sollten sich 1000 Menschen unter Pochers Aufsicht die Haare orange sprühen lassen. Pocher hatte Dana Gottschalk gesagt, sie sehe "für ihr Alter alt aus, aber wir haben da im Übrigen eine schöne Operationsshow bei ProSieben, da könnte ich Sie mal vorstellen".

"Wetten, dass...?"-Moderator Thomas Gottschalk hat sich nach Angaben von Anwalt Bredemeier telefonisch gemeldet und nach dem Befinden von Dana Gottschalk erkundigt. "Er hat sich entschuldigt, dass er Herrn Pocher nicht zurechtgewiesen hat", sagte Bredemeier.



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