Tief "Burglind" Der Sturm ist vorbei, nun droht Hochwasser

Auf einen stürmischen Tag folgte eine relativ ruhige Nacht: Meteorologen geben nach Sturmtief "Burglind" Entwarnung - allerdings nur vor Orkanböen. Regen und Tauwetter könnten Probleme bereiten.

Überflutete Wege an der Ihme in Hannover
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Überflutete Wege an der Ihme in Hannover


Vereinzelt haben Polizeistellen in Deutschland umgeknickte Bäume gemeldet, die Straßen blockierten - dabei blieb es aber. Auf einen sehr stürmischen Tag folgt eine vergleichsweise ruhige Nacht. "Es hat sich alles beruhigt", sagte ein Sprecher am frühen Morgen in Mainz. Die Polizei in Göttingen sprach von einer Entspannung in der Nacht.

Am Mittwochabend hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Unwetterwarnungen vor Orkan und orkanartigen Böen vorerst aufgehoben. Es könne aber noch Sturmböen geben, sagte ein DWD-Meteorologe.

Zudem müssen sich viele Regionen weiterhin auf anhaltenden Regen und Tauwetter einstellen. In mehreren Bundesländern rechnete die Feuerwehr noch mit steigenden Pegelständen der Flüsse. Polizeistellen berichteten in der Nacht in verschiedenen Regionen vereinzelt von überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern. Im niedersächsischen Bad Salzdetfurth im Landkreis Hildesheim etwa hatte es laut Polizei am Abend Überflutungen gegeben.

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Sturmtief: Was "Burglind" anrichtet

Köln bereitet sich auf drohende Überflutungen durch Rhein-Hochwasser vor. Im Laufe des Donnerstags wird der Wasserstand Vorhersagen zufolge wohl bei über sieben Metern liegen, und könnte bis Freitagmittag bis auf über 7,50 Meter steigen. Ab einem Wert von 8,30 Metern müsste der Schiffsverkehr eingestellt werden. Bei anhaltend starkem Regen könnte der Pegel am Montag über die für den Hochwasserschutz in der Altstadt wichtige Marke von 8,70 Metern steigen.

Auf der Mosel ist wegen Hochwassers die Schifffahrt eingestellt worden. "Die Mosel ist komplett zu", sagte der stellvertretende Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Koblenz, Tobias Schmidt.

Wegen Sturmtief "Burglind" waren Feuerwehren in vielen Teilen Deutschlands am Mittwoch im Dauereinsatz gewesen. Straßen waren blockiert und der Regional- und Fernverkehr der Bahn gestört. Der Sturm war mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde über das Land gefegt. In Niedersachsen knickte eine Windkraftanlage ein.

Auch in Belgien, der Schweiz und den Niederlanden hatte "Burglind" für Schäden und Behinderungen gesorgt. In Frankreich sind 35.000 Haushalte im Norden und Nordosten des Landes in der Nacht ohne Strom geblieben, wie der Netzbetreiber Enedis mitteilte. Am Mittwoch waren zeitweise 225.000 Haushalte vom Netz abgeschnitten.

Bei dem Sturm, der in Frankreich "Eleanor" heißt, war ein 21-jähriger Urlauber getötet worden, als er in einem Skiort in den französischen Alpen von einem umstürzenden Baum getroffen wurde.

Video: "Burglind" wirft Zug aus den Gleisen

wit/dpa

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