Nach Tief "Burglind" Hochwasser in vielen Teilen Deutschlands

In Rheinland-Pfalz, Bayern und Teilen von Nordrhein-Westfalen treten die Flüsse nach heftigem Regen und Schneeschmelze über die Ufer. Vielerorts hat das Hochwasser wohl noch nicht seinen Höhepunkt erreicht.

DPA

Überschwemmte Grundstücke und Keller, Einschränkungen in der Schifffahrt und gesperrte Uferstraßen - nach heftigen Regenfällen treten Flüsse vor allem in West- und Süddeutschland über die Ufer. Besonders betroffen sind Rheinland-Pfalz und Bayern - insbesondere Oberfranken, aber auch Teile von Nordrhein-Westfalen.

Das mittlerweile abgeflaute Orkantief "Burglind" brachte Niederschläge, die zum Teil weiter andauern. Laut Wettervorhersage wird sich die Situation auch in den nächsten Tagen nicht verbessern. Der Dauerregen am Oberrhein und in den Vogesen wird Rhein und Mosel voraussichtlich weiter ansteigen lassen. Und auch viele kleinere Flüsse könnten in den nächsten Tagen über die Ufer treten. Überschwemmungen von Grundstücken und Kellern wurden aus vielen Regionen gemeldet.

In Leutesdorf bei Neuwied am Mittelrhein in Rheinland-Pfalz schwammen Schwäne vor Fachwerkhäusern auf einer überschwemmen Uferstraße. Auch die Lahn ist an vielen Stellen über die Ufer getreten. In Baden-Württemberg sperrten die Behörden wegen Hochwassers den Neckar zwischen Mannheim und Heilbronn für die Schifffahrt.

In Köln, wo das Flussbett besonders eng ist, blieb die Lage für die Schifffahrt und für Anwohner angespannt: Der Rheinpegel stand am Mittag bei etwa 7 Metern. Auch am Niederrhein rechnen Experten mit Hochwasser und weiter ansteigenden Wasserständen. Bei einem Pegelstand über 8,30 Metern in Köln müsste der Schiffsverkehr komplett gestoppt werden. Bis Anfang nächster Woche rechnen die Kölner Behörden mit kritischen Marken von 8,50 bis 9 Metern.

An der Mosel ist vor allem der mittlere Abschnitt vom Hochwasser betroffen. Die Schifffahrt auf dem Fluss ist bereits eingestellt worden. Ufernahe Parkplätze zum Beispiel in Bernkastel-Kues sind laut Polizei gesperrt. Der Pegelstand in Trier war mit gut sieben Metern vier Meter über normal. Vor allem im französischen südlichen Teil des Einzugsgebietes soll es weiter heftig regnen. Daher wird ein Ansteigen der Pegelstände an Mosel, Saar und Sauer erwartet. Ob zum Beispiel in Saarbrücken die kritische Marke von 3,80 Metern im Stadtteil St. Arnual erreicht wird, bei der die Stadtautobahn gesperrt werden muss, ist noch unklar.

Am Rhein wird beim Pegel Maxau in Karlsruhe voraussichtlich Freitagmittag die Hochwassermarke II überschritten, ab der Schiffe nicht weiterfahren dürfen, wie das Hochwassermeldezentrum in Mainz mitteilte. Am Zusammenfluss von Mosel und Rhein am Deutschen Eck in Koblenz wurden bereits eine Uferstraße und Parkplätze gesperrt.

In Bayern in Oberfranken haben Dauerregen und Schneefälle in Verbindung mit der kurz danach einsetzenden Schneeschmelze die Flüsse anschwellen lassen, wie es von der Landesanstalt für Umwelt hieß. Laut Deutschem Wetterdienst ist bis Samstag auch im Allgäu wegen erwarteten Starkregens in Verbindung mit Schmelzwasser mit gewaltigen Wassermassen zu rechnen. Guido Wolz vom Deutschen Wetterdienst (DWD) geht für die Region zwischen Donnerstag und Freitagabend mit einer Abflussmenge von 70 bis 100 Litern pro Quadratmeter aus. Bei der "Abflussmenge" wird zum aktuellen Niederschlag noch das von den Bergen kommende Schmelzwasser hinzugerechnet.

Auf der Donau rechnet der Warndienst zum Wochenende mit Hochwasser. In Regensburg haben Mitarbeiter des Bauhofs damit begonnen, mobile Hochwasserschutzwände zu errichten, um eine Überflutung der historischen Altstadt zu verhindern.

bbr/dpa

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