Katastrophenalarm: Hochwasser überflutet Straßen im Süden und Osten

Wetterchaos in Deutschland: Regen, Hochwasser, Überschwemmungen Fotos
DPA

Flüsse treten über die Ufer, Straßen verschwinden im Wasser, Behörden lösen Katastrophenalarm aus: Heftige Regenfälle sorgen vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen für Überschwemmungen. Und die Wetterprognosen werden nicht besser. Der Überblick.

Hamburg - Die Hochwasserlage in Deutschland spitzt sich zu. In der Nacht zum Sonntag sind die Pegel mehrerer Flüsse stark angestiegen, die Fluten haben weitere Straßen in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen unter Wasser gesetzt. Besonders betroffen sind laut Polizei und Einsatzkräften die Städte Chemnitz, Passau und Tübingen.

Die Hochwasserlage im Überblick:

In Chemnitz trat der gleichnamige Fluss über die Ufer, kurzzeitig überschritt der Pegelstand die Schwelle zur Hochwasser-Alarmstufe 4. Nach nächtlichem Dauerregen wurde in der Stadt Katastrophenalarm ausgerufen, mehrere Straßen wurden gesperrt. Unter anderem standen die Bundesstraßen 95 und 180 bei Burkhardtsdorf unter Wasser. Auch in Zwickau und im Landkreis Leipzig gaben die Behörden Katastrophenalarm. In Zwickau wurden die Bürger aufgerufen, Autos aus der Innenstadt zu bringen und Keller zu sichern. Die Bundesstraße 6 zwischen Meißen und Niederwartha war wegen des Hochwassers auf der Elbe gesperrt. In Dresden wurde das Terrassenufer überschwemmt.

In der sächsischen 19.000-Einwohner-Stadt Grimma, wo schon am Samstag Teile der Innenstadt unter Wasser standen, blieb die Nacht ruhig. Am Sonntagmorgen stieg der Pegelstand der Mulde dort aber wieder an. Wasser ströme erneut in die Stadt, hieß es. Der örtliche Krisenstab befürchtet weitere Überschwemmungen.

Die Donau trat in Passau über ihre Ufer und überschwemmte Teile der Stadt. Wie die Polizei am Sonntagmorgen mitteilte, waren eine Brücke und zwei Straßen nicht mehr passierbar. Der Pegelstand des Flusses erreichte nach Angaben des Hochwassernachrichtendienstes um 4 Uhr 8,51 Meter. Das entspricht der höchsten Meldestufe. Normal liegt der Wasserstand bei rund 4,50 Meter. Die Einsatzkräfte rechnen damit, dass der Pegel der Donau bis zum Abend auf etwa 10,50 Meter steigt. Auch der Inn bereite zunehmend Probleme und schwelle stark an.

Neben Teilen der Altstadt sind auch die Bundesstraßen 388 und 12 überspült, viele Häuser in Passau sind nur noch über Stege erreichbar. Die Stadt hat um Unterstützung der Bundeswehr gebeten und den Katastrophenfall ausgerufen. Katastrophenalarm gilt auch im oberbayerischen Rosenheim. Speziell die Mangfall bereite Probleme, hieß es in einer Mitteilung der Stadt.

Angaben von Rettungskräften und Polizei zufolge trat auch der Neckar bei Tübingen über die Ufer. In Reutlingen werden zwei Menschen vermisst - sie könnten in die Echaz, einem Neckarzufluss, gefallen sein. Im Stadtgebiet lief eine Tiefgarage voll Wasser. Im Nachbarort Gönningen überflutete die Wiezaz die Produktionsanlagen einer Firma, eine Schule und eine Turnhalle.

In Thüringen entspannte sich die Lage. Bei Erfurt und im Landkreis Sömmerda sank der Pegelstand der Gera. "Es ist ein sehr ernstes Hochwasser", sagte Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, die in die Flutregionen gereist war. Einige Häuser seien beträchtlich zu Schaden gekommen. In Weimar überschwemmte die Ilm den Goethepark.

Auf weiten Strecken von Rhein, Main und Neckar war die Schifffahrt wegen des Hochwassers schon am Samstag gestoppt worden. In Chemnitz wie in Passau wird mit weiter steigendem Hochwasser gerechnet. Neuer Regen soll weitere Fluten bringen. Im Südwesten und am Alpenrand erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) schauerartige und andauernde Niederschläge. Im Osten gehe der Dauerregen weiter: Pro Stunde könnten bis zu 15 Liter auf einen Quadratmeter fallen.

In Sachsen-Anhalt werden örtlich sogar bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet. Die Orte an den Flüssen bereiten sich auf die steigende Fluten vor. Helfer füllen Sandsäcke und stapeln sie zur Abwehr.

Von Polen zieht laut DWD ein neues Tief heran. Im Nordwesten und Westen soll es zwar längere sonnige Abschnitte geben, mit bis zu 19 Grad werden "aber keine dem Sommer adäquaten Temperaturen" erreicht, sagen die Meteorologen voraus. Die 20 Grad werden wohl erst am Dienstag geknackt, an dem es weitgehend heiter und trocken werden soll.

Die detaillierte Wettervorhersage finden Sie hier.

wit/dpa

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insgesamt 15 Beiträge
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1. Katastrophenalarm wegen Hochwasser !
paoloDeG 02.06.2013
Wer nicht hören will muss fühlen ! Es gibt jährlich Hochwasser aber nichts wird dagegen getan ! Es ist Zeit das wirksame Massnahmen zu treffen ! Jedes Jahr das Gejammer von Hochwasser und darunter leiden viele Menschen und viele Schäden werden verursacht an Häuser und Landwirtschaft ! Schluss damit ! Bund und Ländern sollen endlich etwas wirksames dagegen tun um Volk und Land zu schutzen !
2.
Attila2009 02.06.2013
Warum sind viele auch so leichtsinnig und bauen direkt an Flußläufen und Bächen ? Ich habe da wenig Mitleid. Dann ist das Gejammer groß. Dann werden die Bäche ausgebaggert und begradigt. Fertig ist die Rennstrecke für das Hochwasser - weiter unten steigt es umso schneller. Jeder will seinen Hof pflastern und leitet das Wasser in Schleusen damit es weg ist, Teiche werden zugeschüttet , Straßen werden gebaut und Wälder als Wasserspeicher abgeholzt ("geerntet") Die Probleme sind hausgemacht.Dem Wetter ist das egal.
3. optional
xees-s 02.06.2013
Hochwasserschutz bedeutet dass Grundstücke am See oder in Flussnähe wie auch Ausflugslokale geräumt werden müssen. Da traut sich keiner ran weil das sind die Reichen und Mächtigen!
4. History in a nutshell
Eva K. 02.06.2013
Zitat von Attila2009Warum sind viele auch so leichtsinnig und bauen direkt an Flußläufen und Bächen ?
Weil diese Orte und ihre Ortskerne, die vom Hochwasser bedroht sind, so ein paar unmaßgebliche Jährchen älter sind als Ihre Erkenntnisse. Menschen haben nun mal aus vielerlei Gründen die Tendenz, die Nähe von Gewässern zu suchen und dort zu siedeln.
5. Leute...
ozlemon 02.06.2013
schreibt nicht so einen Schwachsinn. Wir sind mittendrin und die Orte liegen teilweise über 800 Meter hoch. Wenn Bäche zu reissenden Flüssen werden und ganze Ortschaften einfach vollaufen, kanst Du bauen wo Du willst. Wenn ich solche Kommentare lese könnte ich echt kotzen. Und wenn die Donau überläuft uns Städte wie Passau verschluckt, könnt ihr ja mal mit Euren Kommentaren zur Feuerwehr gehen.. die werden euch dann was Passendes erzählen. Ihr seid aber auch herzlich eingeladen zum Sandsackschleppen.. Das solche dämlichen Kommentare überhaupt zugelassen werden...
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