Unwetter im Norden Bäume kippen auf Straßen und Gleise

Heftige Gewitter und Starkregen: Über den Norden Deutschlands ist ein Unwetter hinweggefegt. Keller wurden überflutet, Bäume knickten um. In Hamburg starb ein Autofahrer.

DPA

Bei einem Unwetter sind in Hamburg ein Mensch getötet und mehrere verletzt worden. Ein Autofahrer starb am Hamburger Fischmarkt unter einem einstürzenden Vordach. Die Teile seien auf einen Wagen gefallen und hätten den 26-Jährigen eingeklemmt, sagte ein Polizeisprecher. Rettungskräfte hatten den Mann noch aus dem Auto befreit. Wiederbelebungsversuche blieben allerdings erfolglos. Die schwangere Lebensgefährtin des Opfers, die ebenfalls im Fahrzeug saß, wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

In der Hansestadt fielen zudem Bäume und Äste auf Straßen und Autos, wie ein Feuerwehrsprecher mitteilte. Dabei seien drei Menschen in ihren Wagen eingeklemmt und leicht verletzt worden. Besonders im Nordosten Hamburgs behinderten Sturmböen und starker Regen den Verkehr. Eine S-Bahn-Linie konnte etwa eine Stunde lang nicht fahren, weil ein Baum auf die Gleise gestürzt war. Die Feuerwehr war wegen überfluteter Keller und umgestürzter Bäume im Dauereinsatz.

Im Containerhafen in Hamburg-Waltershof rissen sich durch den heftigen Sturm fünf Containerschiffe los. Sie trieben aufeinander zu und berührten sich, sagte eine Polizeisprecher. Schlepper mussten die Schiffe zurück an die Kaianlagen bugsieren.

Heftige Gewitter, Sturm und Starkregen behinderten auch in Niedersachsen, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen teilweise den Verkehr. In Bremen kippten Bäume um, einige auch auf Autos. Verletzte gebe es aber nicht, sagte eine Polizeisprecherin. Im Kreis Verden kippte ein Baum auf Bahngleise, im Bereich Oldenburg und in Ostfriesland gab es einige Einsätze wegen überfluteter Keller und umgekippter Bäume, wie die Leitstellen der Feuerwehren mitteilten.

In der Kleinstadt Bützow in Mecklenburg-Vorpommern richtete das Unwetter ebenfalls schwere Schäden an - Augenzeugen sprachen sogar von einem Tornado. Die Dächer vieler Häuser wurden teilweise abgedeckt, auch ein Krankenhaus und ein Pflegeheim waren betroffen. Nach Angabe des Landrats, Sebastian Constien, wurden 30 Menschen durch umherfliegende Trümmerteile verletzt. Es gebe "schwere Schäden", sagte ein Polizeisprecher.

Einen Überblick über aktuelle Unwetterwarnungen finden Sie hier.

Ausblick für die kommenden Tage

Auf den bisher heißesten Tag des Jahres folgt in den nächsten Tagen eine spürbare Abkühlung. Schon am Mittwoch geht es laut DWD mit den Temperaturen wieder runter und es ist vielerorts regnerisch. Die Höchstwerte liegen dann nur noch bei 20 Grad. Wo die Sonne scheint, sind auch 22 Grad drin. Mit Regen muss vor allem im Südosten, Osten sowie von der Eifel bis Schleswig-Holstein gerechnet werden.

Schauer, Blitz und Donner sind am Donnerstag vor allem wieder im Norden Deutschlands möglich, im Süden hingegen scheint zunächst auch längere Zeit die Sonne. Über 22 Grad kommen die Temperaturen aber vermutlich erneut nirgendwo hinaus, im Norden bleibt es mit 14 Grad sogar recht kühl. Die Aussichten im Detail finden Sie hier.

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wit/dpa

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