Schneefall Bahn streicht Verbindungen in Bayern, Straßensperrungen in Österreich

Der Süden Deutschlands und Österreich versinken im Schnee. Die Bahn hat Verbindungen im Allgäu gesperrt. Die heftigen Schneefälle sollen noch bis Montag anhalten.


Die heftigen Schneefälle im Süden Bayerns und in Österreich gehen weiter. Bis Montag sollen am Rande der Alpen bis zu 40 Zentimeter Neuschnee dazu kommen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntagmorgen mitteilte. Das könne zu großen Problemen auf der Straße und den Schienen führen. Die Lawinengefahr bleibt in den betroffenen Gebieten hoch. Auch im Schwarzwald und auf der Alb hatte der DWD am Samstag zeitweise kräftigen Schneefall.

In der Nacht zum Sonntag haben die Folgen viele Polizisten auf den Straßen im südlichen Bayern beschäftigt. "Wir hatten seit Samstagabend 140 Einsätze wegen heruntergefallener Äste oder liegen gebliebener Autos", sagte ein Sprecher der Polizei Oberbayern Süd am Sonntagmorgen. Verkehrsunfälle blieben überwiegend ohne Verletzte. Ähnliches meldete die Polizei für den nördlichen Bereich Oberbayerns.

Fotostrecke

16  Bilder
Wintereinbruch in Bayern: Viel Schnee, viele Unfälle

Das Präsidium Schwaben Süd/West zählte am Samstag bis zum frühen Abend 135 Verkehrsunfälle, dabei seien sieben Menschen verletzt worden, einer davon schwer. Die Polizei in Franken meldete keine relevanten witterungsbedingten Unfälle - ebenso die Polizei in Niederbayern. "Bei uns hat es aufgehört zu schneien, die Straßen sind frei", so ein Sprecher. "Das schaut alles gut aus!"

Bahnverbindungen im Allgäu fallen aus

Viel Geduld sollten Bahnreisende in Bayern mitbringen: Der starke Schneefall behindert den Zugverkehr am Sonntag vor allem im Süden und Westen von München. Etliche Verbindungen im Allgäu und zum Beispiel Richtung Garmisch-Partenkirchen sind bis auf Weiteres gesperrt.

"Wir sind seit der Nacht mit allen verfügbaren Kräften vor Ort, um die Strecken so schnell wie möglich wieder befahrbar zu machen", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Sonntagmorgen. Ihm zufolge fahren mancherorts bereits Ersatzbusse. Grund für die Sperrungen sind Bäume, die wegen der schweren Schneelast in Gleise und Oberleitungen gefallen sind.

Wann die Strecken wieder frei sind, konnte die Deutsche Bahn noch nicht sagen. "Wir empfehlen unseren Reisenden, sich vor der Fahrt auf jeden Fall online zu erkundigen." Auch kurzfristige Änderungen sowie Informationen über Ausweichmöglichkeiten mit Bussen seien dort abrufbar.

Nachdem am Samstag wegen des anhaltenden Schneefalls zahlreiche Flüge am Münchner Airport annulliert wurden, scheint sich die Lage am Sonntagmorgen entspannt zu haben. "Bei uns wurden bislang 15 wetterbedingte Annullierungen angemeldet", sagte eine Sprecherin. Ob noch weitere hinzukommen, lasse sich noch nicht ausschließen. "Wenn es abends starken Schneefall gibt, könnte das durchaus sein."

Am Samstag wurden im Laufe des Tages immer mehr Flüge annulliert, insgesamt waren es 130, am Freitag 65. Zudem kam es zu vielen Verspätungen, vor allem, weil Räumdienste die Start- und Landebahnen sowie die Rollwege des Airports von den Schneemassen befreien mussten und Flugzeuge vor dem Start enteist wurden.

Durch das Wetter kam es auch zu tödlichen Unglücken: Im Berchtesgadener Land starb eine Frau bei einem Lawinenunfall. Die 20-Jährige war am Samstag am Teisenberg mit einer Tourengehergruppe unterwegs, als sie verschüttet wurde, wie die Polizei mitteilte. Bei Bad Tölz in Oberbayern starb ein 19-Jähriger nach dem Zusammenstoß zweier Autos auf schneeglatter Straße. Vier weitere Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt - zwei davon schwer.

Tal in der Steiermark eingeschneit

Auch in Österreich sorgte der Wintereinbruch für Probleme. Westlich von Wien war am Samstag zeitweise eine wichtige Autobahnverbindung blockiert, nachdem zahlreiche Lastwagen auf der Strecke liegen geblieben waren. Auch auf der Tauernautobahn stand der Verkehr kurzfristig still. In Bergregionen mussten einige Straßen wegen Lawinengefahr gesperrt werden.

Samstagabend wurde über Nacht die Zufahrt in das Skigebiet Obertauern südlich von Salzburg untersagt, hieß es vom örtlichen Tourismusbüro. Betroffen war auch das Sölktal in der Steiermark, wo 600 Bewohner und Touristen festsaßen. Das Schlechtwetter fiel ausgerechnet auf das Rückreise-Wochenende, an dem viele deutsche Urlauber aus Tiroler und Salzburger Skigebieten heimkehrten.

In weiten Teilen der österreichischen Alpen herrschte großes Lawinenrisiko - meist Stufe 4 auf der bis 5 reichenden Gefahrenskala. Der Lawinenwarndienst im Bundesland Salzburg warnte eindringlich vor Skifahren abseits gesicherter Pisten: "Teils enorme Einsinktiefen, null Sicht und hohe Lawinenaktivität", hieß es auf seiner Website.

Der Schneefall werde noch bis zur Nacht auf Montag anhalten, prognostizierte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Der Flughafen in Innsbruck sprach bereits am Samstag von "massiven Einschränkungen im Flugverkehr". Zahlreiche Verbindungen wurden umgeleitet, gestrichen oder waren als verspätet gemeldet. In Bischofshofen wurde die Qualifikation zum letzten Skispringen der Vierschanzentournee wegen heftigen Schneefalls abgesagt.

abl/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.