Österreichische Alpen Winter extrem - 41.000 Menschen eingeschlossen

Lawinen, gesperrte Straßen und jetzt noch Hochwasser: Weite Teile der Alpen befinden sich im Ausnahmezustand. Allein im Salzburger Land sind elf Orte eingeschneit.

Strassensperre nach Rauris
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Strassensperre nach Rauris


Mehr als 41.000 Menschen sind im österreichischen Bundesland Salzburg von der Außenwelt abgeschnitten. Auch der bei Skitouristen beliebte Urlaubsort Saalbach-Hinterglemm war am Abend wegen großer Lawinengefahr nicht mit dem Auto erreichbar. Insgesamt waren in dem Bundesland elf Orte eingeschneit.

Mehr als 180 Straßen in Österreich gesperrt

Außerdem seien in Österreich mehr als 180 Straßen gesperrt worden, teilte der Sender ORF mit. Die Lawinengefahr ist in einigen Regionen im Vergleich zum Wochenende wieder angestiegen. In den Bundesländern Vorarlberg und Tirol wurde die höchste Warnstufe ausgerufen. In den Vorarlberger Gebieten mit sehr großer Lawinengefahr kamen bis zum Morgen 65 bis 100 Zentimeter Neuschnee zusammen.

24-Jähriger stirbt bei Lawine in der Schweiz

Eine Lawine hat in den Schweizer Alpen einen jungen Mann getötet, der ein Skigebiet absichern wollte. Die Einsatzkräfte bargen den verschütteten 24-Jährigen tot aus den Schneemassen, wie die Kantonspolizei Wallis bestätigte. Der Mann wollte gemeinsam mit einem Kollegen das Gebiet nahe der Grenze zu Frankreich durch Schneesprengungen sichern. Dabei brach eine Lawine ab und riss die Männer mit.

Einem der beiden Verschütteten gelang es, sich aus den Schneemassen zu befreien. Gemeinsam mit hinzugekommenen Helfern wurde der 24-Jährige mit speziellen Suchgeräten unter einer 1,40 Meter dicken Schneedecke gefunden. Doch die Hilfe kam zu spät. Die Lawine erstreckte sich über 275 Meter und war 156 Meter breit. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet.

Hotel in Bayern von Lawine getroffen

In Bayern traf am Morgen eine Lawine ein Hotel im Winterskiort Balderschwang. Fenster wurden eingedrückt, Schnee gelangte ins Innere. Glück im Unglück: Nach ersten Angaben wurde niemand von den Schneemassen verletzt. Der von der Lawine getroffene Wellness-Bereich des Hotels war bereits am Vorabend geschlossen worden.

Hotel in Balderschwang
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Hotel in Balderschwang

In vielen Skigebieten Bayerns standen am Montag die Lifte still. In Deutschlands höchstem Skigebiet an der Zugspitze blieben die Anlagen geschlossen; in den anderen Skigebieten bei Garmisch-Partenkirchen konnten Skifahrer nur in den niedrigen Lagen ihre Schwünge ziehen. Nebenan in Österreich war nach Angaben des Portals skiresort.de fast die Hälfte der Skipisten aufgrund der Wetterverhältnisse und der teils sehr großen Lawinengefahr geschlossen.

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Winter: Schneemassen in den Alpen

Entspannung in Sicht

Die Niederschläge sollen laut deutschem Wetterdienst (DWD) morgen allmählich abklingen, womit auch die Unwettersituation in der Alpenregion ende. Den Prognosen zufolge sei von Mittwoch an eine deutliche Entspannung möglich, sagte der Chef der Bayerischen Staatskanzlei, Florian Herrmann (CSU).

Mancherorts verursachen Tauwetter und Regen nun Hochwasser. In Bayern gab es vor allem in Franken erhöhte Pegelstände, aber auch in Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen schwollen die Flüsse an. An einigen Orten wurden Straßen überschwemmt.

Viele Schulen bleiben geschlossen

In etlichen Schulen fällt auch in dieser Woche der Unterricht aus, weil die Schulwege als zu unsicher gelten. Außerdem bleibt der Zugverkehr in dieser Woche auf einigen Strecken im Süden Bayerns eingeschränkt.

Staatsminister Herrmann betonte in München: "Die Lage ist nach wie vor angespannt, aber es gibt weiter keinen Grund zur Panik." Helfer hätten in den vergangenen Tagen in den betroffenen Regionen Südbayerns rund 1000 Dächer von der Schneelast befreit.

kmy/dpa



insgesamt 15 Beiträge
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sagichned 14.01.2019
1. Seit Beginn der Aufzeichnungen
Wievielt schneereichste Winter ist es seit dem Beginn der Aufzeichnungen? Kann man wenigstens einen Artikel auf der Frontseite dazu erwarten? Letztes Jahr kamen ganze drei zu dem Sommer.
swandue 14.01.2019
2.
Am Samstag hatte irgendjemand vorhergesagt, es drohen keine Überschwemmungen, wenn die Unmengen an Schnee irgendwann schmelzen. Ich habe leider nicht aufgepasst, wer das war. Weiß das jemand? Ich lebe im Flachland. Hier war wenig Schnee, der ist geschmolzen und nun gibt es leichtes Hochwasser.
chense90 14.01.2019
3. Tatsache es ist winter...
... sogar endlich mal wieder ein normaler ... zwsr mit überdurchschnittlicheen Schneemengen in kurzer Zeit langfristig gesehen aber ganz normalen. Nur der Winterdienst scheint etwas aus der Übung ... zumindest mancherorts... denn hier bist auf eine untergeordnete Kreisstraße alles in bester Ordnung. Was die Hysterie soll verstehe ich aber ehrlich nicht ... 41000 Menschen angeblich eingeschlossen also 0.5% der Bevölkerung abzüglich der Touristen ... wo genau ist da jetut das Problem? Vor allem wenn wir mal Orte wie Lech und Züra abziehen die sogar in schlechten Wintern regemäßig abgeschnitten sind
achim21129 14.01.2019
4. Die Katastrophenanmutung ...
... kommt doch nur wegen der vielen Touristen in den Alpen. Wenn die nicht wären, wär der Schnee überhaupt kein Problem. Die Einheimischen händeln das souverän.
holomorph 14.01.2019
5.
Zitat von swandueAm Samstag hatte irgendjemand vorhergesagt, es drohen keine Überschwemmungen, wenn die Unmengen an Schnee irgendwann schmelzen. Ich habe leider nicht aufgepasst, wer das war. Weiß das jemand? Ich lebe im Flachland. Hier war wenig Schnee, der ist geschmolzen und nun gibt es leichtes Hochwasser.
In den Nachrichten hat Claudia Kleinert sowas gesagt. Allerdings hat sie sich klar auf den Alpenraum bezogen und erklärt, dass dort der Schnee nicht gross tauen wird - und damit hat sie auch recht. Hochwassergefahr gibt's wohl derzeit nur im Unterland, aber nicht in den Bergen.
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