Wetter in Deutschland: "99 Prozent werden grüne Weihnacht erleben"

Wer dieses Jahr in Deutschland weiße Weihnachten erleben will, muss hoch hinaus. Die Schneefallgrenze soll auf 1500 Meter steigen, im ganzen Land wird es Tauwetter geben. Zum Teil ist sogar mit Hochwasser zu rechnen.

Weihnachtswetter: Weiße Weihnacht ade! Fotos
dapd

Hamburg - Gibt es weiße Weihnachten? Oder bleiben der Himmel grau und die Wiesen grün? Diese Fragen führten in den vergangenen Tagen selbst unter Meteorologen zu Rätselraten - doch nun steht fest: "99 Prozent der Menschen in Deutschland werden wohl eine grüne Weihnacht erleben." Das sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Freitag. Lediglich auf der Zugspitze, Deutschlands höchstem Berg, könne man weiße Weihnachten feiern. Ansonsten gebe es überall im Land Tauwetter.

Daran ändere auch Russland-Hoch "Thomas" nichts, das derzeit in Osteuropa für Kälte sorge, teilte der DWD mit. Bis einen Tag vor Weihnachten gebe es im Nordosten Deutschlands noch Dauerfrost. "Dort lungert noch die alte und kalte Luft des kräftigen Hochs über Russland herum", so Meteorologin Simone Trippler. Doch ab Montag sei damit Schluss. Dann verdrängen sogenannte Atlantik-Bläser die Kälte. Dabei handle es sich um Tiefdruckgebiete aus dem Westen, die für milde Temperaturen und kräftigen Wind sorgen. "Temperaturen von drei bis sieben Grad lassen die letzten Hoffnungen auf weiße Weihnachten auch dort dahinschmelzen", so Trippler.

Im Südwesten ist es schon jetzt milder. An Heiligabend könnten die Temperaturen laut DWD im Südwesten bis auf 19 Grad klettern. Die Schneefallgrenze steigt dort auf über 1500 Meter, womit selbst in höheren Lagen der noch vorhandene Schnee schmuddelig wird.

An den beiden Weihnachtsfeiertagen sieht es kaum besser aus. Der teils kräftige Wind bläst weiterhin milde Atlantikluft nach Deutschland. So ist am Dienstag mit 5 bis 14 Grad zu rechnen, am Mittwoch mit 5 bis 11 Grad.

Wasserstände steigen

An allen Weihnachtstagen regnet es zudem zeit- und gebietsweise. "Da sich Tauwetter bis in höhere Lagen durchsetzt, ist außerdem damit zu rechnen, dass die Pegel der Flüsse weiter ansteigen und es zu Hochwasser kommt", so Trippler. Vor allem in Donau und Neckar könnte laut Hochwasservorhersagezentrale am Montag das Wasser steigen. Auch an Rhein und Main sei mit steigenden Wasserständen zu rechnen. Wegen der komplizierten Wetterlage könnten aber noch keine genauen Vorhersagen über die Wasserhöhen gemacht werden.

Gefährlich könnte es in den kommenden Tagen für Autofahrer werden. Vor allem am Sonntag sei laut DWD mit glatten Straßen zu rechnen. Nordöstlich der Elbe gebe es Eisregen, weiter südwestlich werde es voraussichtlich regnen.

Autofahrer sollten sich zum Start der Weihnachtsferien bundesweit auf dichten Verkehr und Staus einstellen. Auf den Autobahnen wird es laut ADAC am Freitag und Samstag die größte Staugefahr geben. An den Feiertagen selbst werde es eher ruhig bleiben. Auch in Österreich, Italien und der Schweiz dürften viele Autofahrer auf den wichtigen Reiserouten sowie auf den Verbindungen zu den Wintersportgebieten in Staus stecken. Vor Silvester rechnet der Autoclub mit einer zweiten Reisewelle, die am 28./29. Dezember zu Staus führen könne.

Die Deutsche Bahn rechnet für Samstag mit dem größten Andrang. Am 22. Dezember machen sich voraussichtlich die meisten Zugreisenden auf den Weg zu ihren Angehörigen, sagte eine Bahn-Sprecherin. Schon für Freitag wurde im Fernverkehr mit vielen Fahrgästen gerechnet. Die Bahn setzte deshalb Zusatzzüge ein. Die stärksten Rückreisetage werden nach Einschätzung der Bahn der 26. und 27. Dezember sein.

siu/dpa/dapd

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