Wetter im Rekordmonat Mai Heiß und gewittrig

Der Mai war laut Deutschem Wetterdienst so heiß wie zuletzt vor 129 Jahren. Vor Unwettern ist man vorerst nur ganz im Norden geschützt.

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Tief "Wilma" zieht noch nicht weiter - bei schwülwarmen Temperaturen bleibt die Gewittergefahr laut Deutschem Wetterdienst (DWD) damit fast in ganz Deutschland bestehen. Unwetter und heftiger Regen hatten am Dienstag große Schäden in mehreren Regionen Deutschlands verursacht.

Am Donnerstag könnten weitere Schauer und Gewitter fast überall im Land außer ganz im Norden und Nordosten auftreten. Wo und wann die Gewitter Starkregen mit sich bringen, lässt sich aber laut DWD nicht präzise vorhersagen. "Mit Überschwemmungen und Sturzfluten ist weiterhin lokal eng begrenzt zu rechnen", sagte ein DWD-Meteorologe.

Am Freitag dürften sich die Gewitter mehr nach Westen und Südosten verlagern, im Südwesten soll es stabiler und kühler werden. Im Nordosten könnte es am Samstag etwas abkühlen, wobei die Gewitterneigung deutlich abnimmt.

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Tief "Wilma": Gewittergefahr bleibt

Im Mai herrschte in Deutschland Rekordhitze - das ergab eine vorläufige Bilanz des DWD. 16 Grad betrug die Durchschnittstemperatur - 3,9 Grad über dem Schnitt der Vergleichsperiode. Damit sei der Monat ähnlich warm gewesen wie der Mai 1889, der bisher als der Rekordhalter gilt, hieß es beim DWD.

In Hamburg und Schleswig-Holstein war er sogar der wärmste Mai seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881. Deutschlandweit war schon der April 2018 der heißeste jemals gemessene.

Ob das eine Folge des Klimawandels ist, wollte der DWD aber noch nicht sagen und verwies auf Untersuchungen, die kommende Woche veröffentlicht werden sollen. Der Wetterdienst geht aber generell davon aus, dass es in Deutschland künftig häufiger zu Extremwetter kommt - dieser Frühjahrsverlauf scheint das zu bestätigen.

Mit 275 Stunden Sonnenschein war der Mai 2018 zudem einer der fünf sonnenscheinreichsten seit Beginn der Messungen. Der Monat erreichte damit 140 Prozent seines Sollwerts von 196 Stunden Sonnenschein.

Vor allem im Norden wurden im Mai an mehreren Stationen neue Sonnenrekorde gemessen. Dabei lag vor allem die Ostseeküste mit teilweise mehr als 370 Stunden vorn. Im Gebiet vom Allgäu bis zum Schwarzwald ließ sich die Sonne örtlich weniger als 180 Stunden blicken.

Nach dem Unwetter vom Dienstag dauern die Aufräumarbeiten an, im besonders getroffenen Wuppertal wohl noch mehrere Wochen. In vielen Fällen seien auch der Untergrund und Kanäle beschädigt, teilte die Stadt mit.

Wegen des Unwetters waren Wassermassen unter anderem in ein Wuppertaler Einkaufszentrum geflossen, das Dach eines Universitätsgebäudes stürzte ein, in der Innenstadt knickte ein Tankstellendach weg.

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Zudem erwischte es besonders heftig Teile von Bayern, Hessen und Niedersachsen. Millionenschäden gab es etwa in Bad Gandersheim. Dort waren mehrere Gebäude einsturzgefährdet. In Gießen knickten zahlreiche Bäume um, Straßen wurden überflutet. Beim Uniklinikum lief Wasser in Teile der Notaufnahme und in Operationssäle. In die neue Marburger Universitätsbibliothek floss ebenfalls Regenwasser.

jpz/dpa

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Seite 1
Newspeak 30.05.2018
1. ...
" Beim Uniklinikum lief Wasser in Teile der Notaufnahme und in Operationssäle. In die neue Marburger Universitätsbibliothek floss ebenfalls Regenwasser." Extremwetter. Ich wuerde ja sagen, man ist hierzulande einfach nichts mehr gewoehnt. Als Kind kann ich mich an deutlich heftigere Gewitter im Sommer erinnern, da hat das aber niemand kommentiert, weil das normal war. Frueher gab es auch all die technischen Probleme bei aussergewoehnlichen Wetterlagen nicht in demselben Ausmass. Bei einem Uniklinikum sollte man doch z.B. meinen, dass alle Eventualitaeten in der Planungs- und Bauphase mal durchdacht wurden, und dass man insbesondere OPs danach baut. Wie haette man eigentlich auf andere Dinge reagiert, waeren sie eingetreten, z.B. einen Dritten Weltkrieg? Mir scheint, das Deutschland von heute ist bei Kleinigkeiten direkt auf dem Stand eines Entwicklungslandes. Ein Sommersturm, der etwas heftiger ausfaellt, und ueberall bricht alles zusammen? Das kann es wohl nicht sein. Man muss mal wieder praktisch sinnvoll bauen, und nicht rein nach aesthetischen Gesichtspunkten oder moeglichst billig, als Vorzeigeobjekt von Politikern. Vielleicht sollte man einfach mal die Teilnahme von Politikern an Grundsteinlegungen und Einweihungsfeiern verbieten.
dubsetter 30.05.2018
2. soso..... deise tage im mais sind für sie also klen
Zitat von Newspeak" Beim Uniklinikum lief Wasser in Teile der Notaufnahme und in Operationssäle. In die neue Marburger Universitätsbibliothek floss ebenfalls Regenwasser." Extremwetter. Ich wuerde ja sagen, man ist hierzulande einfach nichts mehr gewoehnt. Als Kind kann ich mich an deutlich heftigere Gewitter im Sommer erinnern, da hat das aber niemand kommentiert, weil das normal war. Frueher gab es auch all die technischen Probleme bei aussergewoehnlichen Wetterlagen nicht in demselben Ausmass. Bei einem Uniklinikum sollte man doch z.B. meinen, dass alle Eventualitaeten in der Planungs- und Bauphase mal durchdacht wurden, und dass man insbesondere OPs danach baut. Wie haette man eigentlich auf andere Dinge reagiert, waeren sie eingetreten, z.B. einen Dritten Weltkrieg? Mir scheint, das Deutschland von heute ist bei Kleinigkeiten direkt auf dem Stand eines Entwicklungslandes. Ein Sommersturm, der etwas heftiger ausfaellt, und ueberall bricht alles zusammen? Das kann es wohl nicht sein. Man muss mal wieder praktisch sinnvoll bauen, und nicht rein nach aesthetischen Gesichtspunkten oder moeglichst billig, als Vorzeigeobjekt von Politikern. Vielleicht sollte man einfach mal die Teilnahme von Politikern an Grundsteinlegungen und Einweihungsfeiern verbieten.
.. diese tage im mai sind für sie also "kleinigkeiten".. immer wieder interessant, wie wenig die meisten menschen unter uns nicht merken können (oder wollen ) was um sie herum passiert. und eines kann ich ihen versichern: nein, diese sommer (frühling) waren früher nicht so!
hansa_vor 30.05.2018
3.
Zitat von dubsetter.. diese tage im mai sind für sie also "kleinigkeiten".. immer wieder interessant, wie wenig die meisten menschen unter uns nicht merken können (oder wollen ) was um sie herum passiert. und eines kann ich ihen versichern: nein, diese sommer (frühling) waren früher nicht so!
Dieser Mai war laut Bericht "annähernd so warm wie der Mai 1889", dies bedeutet wohl wir hatten bislang immer normale Mai. Kein Thema für Klimajünger, gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen ;)
2wwk 30.05.2018
4. so vor 129 Jahren gab es auch
schon von Menschen verursachten Klimawandel. Interessant
wahrsager26 30.05.2018
5. An newspeak. Nr1
Sie sprechen mir aus der Seele.Denken Sie bitte mal an Türen auf Schiffen! Sie erinnern sich, das die Türschwellen sehr hoch gelegt sind-nun,wie wäre das ,wenn man Waschräume und Heizungsräume so ausstatten würde? Kleine Anregung für den Privatgebrauch: Sollte im Waschhaus Wasser aus dem Bodenablauf hochgedrückt werden,steht bei mir eine Saugpumpe, die bis auf 1mm den Boden automatisch abpumpt.( bitte jetzt nicht mit Stromausfall kommen!) Vei 7mm schaltet die Pumpe ein! Danke
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