Wetter in Europa Bis zu 47 Grad

Deutschland schwitzt, doch über hiesige Temperaturen können Portugiesen nur müde lächeln. Wo es heiß wird - und wo es regnet.

Praia de Carcavelos, Portugal
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Praia de Carcavelos, Portugal


Am ersten August-Samstag ist es in Deutschland wieder hochsommerlich gewesen - und ganz besonders in Bad Nauheim: Die Kurstadt in Hessen ist erneut der heißeste Ort des Landes gewesen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurden dort 37,1 Grad gemessen.

Bereits am Donnerstag war es hier mit 35,8 Grad besonders warm. Rang zwei der heißesten Orte Deutschlands belegten am Samstag Bad Mergentheim und Rheinau-Memprechtshofen in Baden-Württemberg mit jeweils 36,9 Grad. In Darmstadt und Frankfurt am Main zeigte das Thermometer laut DWD Spitzenwerte von jeweils 36,8 Grad an.

Damit schwitzt Deutschland weiter, knüpft aber nicht an die Rekordtemperaturen vom Wochenbeginn an. Der bislang heißeste Tag dieses Sommers war der Dienstag. In Bernburg in Sachsen-Anhalt kletterten die Temperaturen auf 39,5 Grad.

Bis zum Montag sollen einzelne Gewitter ein bisschen Abkühlung bringen - zumindest für ein paar Stunden. Vor allem in der Südosthälfte kann es teilweise kräftig regnen. Auch im Norden gibt es laut DWD vereinzelt Gewitter. Mitte kommender Woche soll es dann - laut Voraussage vom Freitag - tatsächlich kühler werden.

Hitzewelle in Spanien und Portugal

Noch deutlich heißer als in Deutschland ist es im Süden Europas. Die Iberische Halbinsel ächzt unter einer Hitzewelle. Heiße Luftmassen aus Afrika bringen nicht nur hohe Temperaturen, sondern auch Saharasand mit sich, berichten Meteorologen.

In Portugal wurden an mehreren Orten die lokalen Hitzerekorde gebrochen. Am Freitag stiegen die Temperaturen in vielen Binnenregionen des Landes auf ungefähr 45 Grad. Für Samstag wurden Temperaturen bis zu 47 Grad erwartet. Hitzewarnungen wurden herausgegeben, die Rettungsdienste halten bis Sonntag medizinisches Personal und Feuerwehrleute in Bereitschaft.

Der nationale Höchstwert Portugals liegt bei 47,4 Grad - er wurde im Jahr 2003 in Amareleja gemessen.

Im Hinterland der Algarve kämpfen mehr als 400 Feuerwehrleute gegen einen Flächenbrand. Dabei werden auch Löschflugzeuge eingesetzt. In Portugal kommt es jedes Jahr zu großen Feuern. Da es bis Ende Juli jedoch ungewöhnlich kühl war, gab es 2018 Regierungsangaben zufolge bislang weniger Brände als im Durchschnitt.

Auch in Portugals Nachbarland Spanien wurden für 41 der 50 Provinzen Hitzewarnungen herausgegeben. Die Temperaturen sollen dort bis zu 44 Grad erreichen und damit ungefähr drei Grad unter dem nationalen Höchstwert liegen: Im Juli 2017 wurden in Córdoba 46,9 Grad gemessen. Deutlich älter ist der Hitzerekord von Kontinentaleuropa: 1977 wurden in Griechenland nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie 48 Grad gemessen.

bbr/AP/dpa

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cicatriz 05.08.2018
1. Gerade aus Toronto zurück
..wundere ich mich ein wenig. Die erste Julihälfte war es dort auch furchtbar heiss, wobei der Sonnenstand dort noch viel höher ist als in der BRD, die Stadt liegt etwa auf Höhe von Madrid. Aber die Leute beschweren sich nicht über die Wärme. Das kommt auch daher, dass man, anders als die dummfleissigen Deutschen, auch mal alle Viere gerade lassen darf bei der Arbeit, wenn es so heiss ist; früher nach Hause geht , wobei die Chefs sogar darauf drängen , dass man es tut, weil man sich ja zufriedene und gesunde MA wünscht Man achtet aufeinander, gerade bei Aussenberufen, dass es jedem gut geht und wenn man den Eindruck hat, der Kollege geht kaputt durch die Hitze, raten ihm ALLE, er solle heimgehen, kein Problem. Jetzt wieder in der BRD sieht es ganz anders aus: Die Leute treten sich gegenseitig zur Arbeit, absolut gierige und herzlose Unternehmer quetschen die Arbeitskraft und den Lebenssaft aus den Mitarbeitern heraus, lassensie sich zynisch halb zu tode schuften, wenn sie umfallen, kann sogar mit Kündigung gedroht werden "Sie schaffen die Arbeit doch nicht mehr...?" Deutsche Arbeitgeber, die schlimmsten Ausbeuter vor dem Herrn versus menschlicher Jobgeber anderswo: Ist es denn da ein Wunder, wenn die Leute in der BRD reihenweise echte Furcht vor dem nächsten Hitzetag haben(dienstags gehts bis auf 41 Grad hoch in der Mitte des Landes) haben und von der natürlich belastenden Wärme Angst haben --es geht um Sein oder Nichtsein? Anderswo gibt es diese Furcht nicht. Da die Kollegen und Chefs miteinander freundlich, menschlich und liebeswert umgehen, wie ich es in Kanada erlebte. So ist es nicht verwunderlich, das Gewese um die Hitze, die es ausschlisslich unter verängstigten Deutschen gibt, die befürchten, zu Recht befürchten, dass "Schwäche" bei 40 Grad im Gegensatz zu allen anderen Ländern den Job kosten könnte. Der deutsche Arbeitnehmer ist wirklich selten doooooof, was der sich alles von den Unternehmern bieten lässt. Gute Nachricht: In 1 Woche ist es wieder kühl.
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