Dauerregen im Frühling Deutschland, die Kühltruhe Europas

Das Wetter ist Mist: Deutschland erlebt einen düsteren, kalten, verregneten Frühling. Wann aber wird's besser? Ein Hochdruckgebiet mit dem sonnigen Namen "Sabine" soll es richten.


Hamburg - Es ist zum Heulen: Deutschland hat den trübsten Winter seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen vor mehr als 60 Jahren hinter sich. Dem folgten ein extrem kalter März, ein durchwachsener April und mancherorts rekordverdächtige Regenmengen im Mai. In diesem Jahr gab es weniger Sonnenschein als sonst, durchschnittlich niedrigere Temperaturen, dafür aber überdurchschnittlich viel Regen.

Die Bilanz: 2013 erlebt Deutschland einen der drei trübsten Einstiege ins Jahr seit Aufzeichnungsbeginn.

Die Ansprüche an den langsam vorüberziehenden Frühling sind schon nach unten geschraubt - dafür sind die Erwartungen an den Sommer nun riesengroß. Doch auch der wird, zumindest zu Anfang, wohl eher enttäuschen.

Am 1. Juni ist meteorologischer Sommerbeginn. Es handelt sich um einen Samstag, traditionell der beste Wochentag zum Grillen. Doch die Prognose der Wetterexperten gibt wenig Hoffnung: Der Sommeranfang wird sich demnach noch nicht nach Sommer anfühlen.

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Wetter in Deutschland: Herbst im Frühling
Stattdessen kommen weitere Schauer und Gewitter. Dabei stand die Mitte Deutschlands am Dienstag bei Sonnenschein kurze Zeit unter dem Einfluss eines Zwischenhochs. Doch was vielerorts als Erleichterung gefeiert wurde, ist nur von kurzer Dauer. Experten sprechen von einer "Zwischenbläue" - es handelt sich lediglich um einen kurzen Lichtblick am Himmel.

Tiefdruckgebiete dominieren

Ein richtiges Hochdruckgebiet, das die Wende bringen könnte, ist nämlich nicht in Sicht, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Immerhin der Name für das Hochdruckgebiet steht schon fest: "Sabine". Momentan leidet Deutschland dem namensstiftenden Meteorologischen Institut der Berliner FU zufolge bereits unter dem zehnten Tiefdruckgebiet, das aktuelle heißt "Erdmann".

Doch ob "Sabine" dauerhaft für gutes Wetter und gute Laune sorgen wird, ist laut Wetterdienst noch unklar. Eine Prognose für den ganzen Sommer sei zu diesem Zeitpunkt völlig unmöglich. Nach dem DWD-Jahreszeitentrend sei die Wahrscheinlichkeit für einen "kalten", "mittleren" oder "warmen" Sommer in etwa gleich. Alle drei Möglichkeiten lägen im Bereich der Zufallstrefferquote von 33 Prozent. Das Fazit der Wetter-Experten: "Eine stabile Urlaubsplanung ist damit zumindest für unsere Breiten nicht möglich."

Nur eines sei mit Sicherheit zu sagen: Vorerst dominieren weiter die Tiefdruckgebiete, die zwischen zwei weit entfernten Hochdruckgebieten im Osten und Westen reihenweise von Norden übers Land ziehen und Massen feucht-kalter Meeresluft abladen. "Deutschland ist die Kältetruhe Europas", sagte der DWD-Meteorologe Lars Kirchhübel.

Gute Nachrichten aus Thüringen, Hochwasser in Niedersachsen

Die einzig gute Nachricht bei den tristen Aussichten: Die Hochwasser-Situation in Thüringen hat sich etwas entspannt. An den meisten Pegeln sind die Wasserstände stabil geblieben oder gesunken. Lediglich in Teilen Niedersachsens blieb die Lage mancherorts kritisch.

In Braunschweig wurde eine Straße gesperrt, manche Gebiete waren nur mit Booten erreichbar. Nach starken Regenfällen sind die Feuerwehren hier im Dauereinsatz. Insgesamt sind Feuerwehrleute an 13 Orten in der Region Braunschweig im Einsatz. Straßen seien überflutet und Gullideckel aufgeschwemmt worden. Auch in Söhlde im Landkreis Hildesheim waren 100 Feuerwehrmänner im Einsatz, um Keller leer zu pumpen. Weil Bahnübergänge zwischen Hildesheim und Braunschweig überflutet waren, wurde die Bahnstrecke gesperrt. Zudem führten die Gewässer Oker, Schunter und Mittelriede immer noch Hochwasser.

Vielleicht ist es da tröstlich zu wissen, dass es den Nachbarländern ähnlich geht. Auch Italien und Spanien leiden unter dem Dauerregen. In Frankreich mussten Spiele bei den French Open wegen der Wassermassen verschoben werden.

gam/dpa

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insgesamt 141 Beiträge
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Seite 1
gg55 28.05.2013
1. geht doch!
Der sinnloseste Artikel seit gefühlt 4 Wochen, der nichts mit Fußball und dem Championsleague-Finale zu tun hat. Nicht übel, aber gibts denn wirklich nichts, mit dem man das verregnete Sommerloch stopfen kann als die Prognose, dass der Sommer entweder warm oder kalt wird?
HeinrichMatten 28.05.2013
2. Aus dem Volksmund
Zitat von sysopDPADas Wetter ist Mist: Deutschland erlebt einen düsteren, kalten, verregneten Frühling. Wann aber wird's besser? Ein Hochdruckgebiet mit dem sonnigen Namen "Sabine" soll es richten. http://www.spiegel.de/panorama/wetter-in-deutschland-regen-im-fruehling-kaelte-im-sommer-a-902411.html
„Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheun´ und Fass“
xenoxx 28.05.2013
3. Eiszeit!
Zitat von sysopDPADas Wetter ist Mist: Deutschland erlebt einen düsteren, kalten, verregneten Frühling. Wann aber wird's besser? Ein Hochdruckgebiet mit dem sonnigen Namen "Sabine" soll es richten. http://www.spiegel.de/panorama/wetter-in-deutschland-regen-im-fruehling-kaelte-im-sommer-a-902411.html
Das Wetter der vergangenen Monate erinnert mich sehr an die Wetterlege vor 40 Jahren: Auch damals mehrere Jahre hintereinander Regen, Regen, Wolken, und die Temperaturen übers Jahr zu niedrig. Rudi Carell sang passend dazu «Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?» Die Meteorologen und Wetterpropheten sagten keine Klimaerwärmung sondern eine baldige Eiszeit voraus - zumindest eine kleine. Vielleicht hatten sie ja recht?
kleineEiszeit 28.05.2013
4. aber mal Hand aufs Herz
Zitat von sysopDPADas Wetter ist Mist: Deutschland erlebt einen düsteren, kalten, verregneten Frühling. Wann aber wird's besser? Ein Hochdruckgebiet mit dem sonnigen Namen "Sabine" soll es richten. http://www.spiegel.de/panorama/wetter-in-deutschland-regen-im-fruehling-kaelte-im-sommer-a-902411.html
das ist doch nicht der erste schelchte Frühlung / Sommer. Wir haben diese echt verregneten und kalten sonnenarmen Sommer seit ca. 4 Jahren, jedenfalls hier in Berlin. Neben den ebenfalls seit 4 Jahren eiskalten Winterjahreszeiten ist ganz klar ein Trend zu einer Kälteperiode zu erkennen. Wie gerne erinnere ich mich an die Spiegel - Artikel von vor 10 Jahren, als eine Versteppung Brandenburgs infolge der damals heißen Somer angekündigt wurde. Schade und Tschüß Klimawandel: gerne hätte ich Palmen an der Spree gehabt. Nun werden es Eisblumen......
doofnuss 28.05.2013
5.
Zitat von sysopDPADas Wetter ist Mist: Deutschland erlebt einen düsteren, kalten, verregneten Frühling. Wann aber wird's besser? Ein Hochdruckgebiet mit dem sonnigen Namen "Sabine" soll es richten. http://www.spiegel.de/panorama/wetter-in-deutschland-regen-im-fruehling-kaelte-im-sommer-a-902411.html
wie schon der in deutschland weltberühmte meteorologe, rudi carell, vor weit über dreißig jahren wusste: "und schuld daran ist nur die spd!".
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