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Unwetterwarnungen: Land unter

Wetter: Nass, Nasser, Deutschland Fotos
DPA

Dauerregen in Deutschland: Autobahnen sind überflutet, Keller vollgelaufen, die Erde ist völlig aufgeweicht. In fünf Bundesländern gibt es Unwetterwarnungen, es drohen erneut extreme Niederschläge. Nur der Nordwesten kann sich auf ein relativ sonniges Wochenende freuen.

Hamburg - Regen, Regen - und manchmal noch ein bisschen mehr Regen: Seit Wochen ist es das selbe Bild in Deutschland. Grau, trüb, nass. Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge lag die Niederschlagsmenge im Mai um ganze 178 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Und in großen Teilen des Landes gibt es auch kurz vor dem meteorologischen Sommerbeginn am 1. Juni keine Entwarnung, im Gegenteil.

In Süd- und Mitteldeutschland droht am Freitag erneut extremer unwetterartiger Dauerregen. Der DWD gab entsprechende Warnungen für Bayern, Baden-Württemberg sowie bestimmte Regionen in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Hessen heraus (mehr zu aktuellen Unwetterwarnungen hier). In den betroffenen Gebieten könnten bis Freitagabend Regenmengen von bis zu 70 Litern je Quadratmeter fallen. Die Warnungen müssten laut DWD im Tagesverlauf eventuell noch auf Rheinland-Pfalz und weitere Teile Hessens ausgedehnt werden. Weiter kräftig regnen soll es auch in Niedersachsen, das bereits von Hochwasser betroffen ist.

Teile von Ost- und Südniedersachsen haben seit Tagen mit Überschwemmungen zu kämpfen, weil die Flüsse dort die Wassermengen nicht mehr aufnehmen können. Am Donnerstag ertrank eine Radfahrerin in Hannover, als sie auf einer für den Verkehr eigentlich gesperrten, überfluteten Landstraße stürzte und in der Strömung weggespült wurde. Polizeiangaben zufolge fielen die Pegelstände am Freitag langsam.

Die Autobahn A 73 in Buttenheim (Bayern) war wegen des Dauerregens am Freitag teilweise überflutet. In Oberfranken waren zahlreiche Keller voller Wasser gelaufen, wie die Polizei mitteilte. In der Nacht zum Freitag mussten Anwohner im Kreis Lichtenfels wegen des Hochwassers aus zwei Häusern gerettet werden.

Auch in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt mussten Rettungskräfte in der Nacht immer wieder ausrücken, weil Bäume auf Straßen gestürzt waren. "Der aufgeweichte Boden kann die Wurzeln der Bäume nicht mehr halten", sagte ein Polizeisprecher. Auch abgerutschtes Erdreich sei von einigen Straßen beseitigt worden. In Thüringen mussten einige Kreis- und Bundesstraßen gesperrt werden.

Schuld an dem miesen Wetter ist Tief "Dominik". Am Freitag lag es östlich der Alpen und saugte Luft aus dem Norden an. Ein seit Wochen über Mitteleuropa liegendes Tief verstärke den Effekt, hieß es beim DWD. Folge: Wolken ziehen von Nord nach Süd über Deutschland. An den Alpen steigen sie auf, kühlen sich ab und laden Regenmassen ab. Diese Konstellation sei nicht ungewöhnlich, aber normalerweise herrsche sie nicht wochenlang.

Von Samstag früh bis Sonntag früh erwarten die Meteorologen an den Alpen nochmals bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter, in Staulagen sogar um 150 Liter pro Quadratmeter. Das ist so viel wie sonst in einem Monat fällt.

Durch den Dauerregen sind 40 Prozent der Äcker in Deutschland unbefahrbar. Ausgenommen sind dem DWD zufolge nur der äußerste Westen und Osten. In einem breiten Streifen von den Küsten im Norden bis zu den Alpen dagegen - das war der Weg der Regenwolken in den vergangenen Wochen - seien die Böden so nass wie seit 50 Jahren nicht mehr.

Auf den völlig aufgeweichten Böden können zurzeit keine Maschinen fahren: Spritzen gegen Krankheit und Unkraut sei nicht möglich, heißt es beim DWD. Pilzkrankheiten drohten wegen der Nässe, das Unkraut wuchere. Besonders schlimm sei es für die Gemüsebauern. Auf manchen niedersächsischen Spargelfeldern schauten kaum noch die Dämme aus dem Wasser. Große Schäden drohten bei den Kartoffeln, bei denen die Ernte der frühen Sorten anstehe. "Jetzt kann man sie nicht ernten, selbst wenn sie nicht schon im Boden verfault sind", sagte ein DWD-Sprecher.

Immerhin für den Nordwesten Deutschlands gibt es positive Nachrichten. Dort wird das Wochenende deutlich sonniger als im Rest des Landes. Und Mitte der kommenden Woche soll es laut DWD in der gesamten Bundesrepublik wärmer werden. Bis zu 20 Grad seien möglich.

Die detaillierte Wettervorhersage finden Sie hier.

aar/AFP/dpa

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insgesamt 60 Beiträge
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1. Das ist doch kein Regen...
danido 31.05.2013
...das ist flüssiger Sonnenschein ;) Immer diese Miesepeter
2. Alles ok aber
j1958 31.05.2013
Sie scheinen seit einigen Monaten keine Zeitung mehr gelesen zu haben: seit 15 Jahren stoppt der globale Klimawandel und -wie immer- wissen die Experten nicht so recht warum. Und das sagt nicht ein Klimaverschwörer, sondern der britische Met-Service, der fast alle Daten für europäische Klimaforscher liefert. Ja, es gibt Regionen, die sich erwärmen während andere abkühlen. Im Durchschnitt ist es derzeit aber dasselbe Wetter wie seit 1997 obwohl die CO2 Emissionen seither gestiegen sind. Also nicht nur bei Greenpeace lesen, auch mal ernste Blätter in Betracht ziehen!
3. Land unter !
paoloDeG 31.05.2013
In Deutschland fehlen mehrere Wasser Speicher um Überschwemmungen zu verhindern ! So könnte man auch mehr Elektrizität aus Wasser produzieren und Wasser für den trockenen Sommer ausreichend haben ! Mit der Klimawechsel es wird immer schlimmer und ôfter Wasser unter bekommen ! Folglich es ist unbedingt nötig Wasserspeicher zu bauen an stratägische Stellen ! Der Kampf gegen den Klimawechsel soll gewonnen werden mit allen Mitteln !
4.
regiles 31.05.2013
Zitat von j1958Sie scheinen seit einigen Monaten keine Zeitung mehr gelesen zu haben: seit 15 Jahren stoppt der globale Klimawandel und -wie immer- wissen die Experten nicht so recht warum. Und das sagt nicht ein Klimaverschwörer, sondern der britische Met-Service, der fast alle Daten für europäische Klimaforscher liefert. Ja, es gibt Regionen, die sich erwärmen während andere abkühlen. Im Durchschnitt ist es derzeit aber dasselbe Wetter wie seit 1997 obwohl die CO2 Emissionen seither gestiegen sind. Also nicht nur bei Greenpeace lesen, auch mal ernste Blätter in Betracht ziehen!
Die Klimaerwärmung verläuft nicht linear. Stellen sie sich eine Kurve vor, die im Auf und Ab nach oben geht. Da gibt es sogar Phasen in denen es auch mal kühler werden kann. Im Moment stecken wir auf einem Plateau. Es ist noch nicht einmal kühler geworden, sondern nur im Moment nicht wärmer als vor 10 Jahren. Ja und? Dafür wird es sehr wahrscheinlich irgendwann in den nächsten Jahren wohl wieder einen Sprung nach oben geben. Und da vertraue ich Leuten, die das gelernt und studiert haben mehr, als Laien. Die Fachleute sind doch nicht blöd und werden sicherlich viel mehr Parameter in ihren Modellrechnungen implementiert haben, als sich Ottonormalklimaverbraucher vorstellen kann.
5.
syracusa 31.05.2013
Zitat von j1958Sie scheinen seit einigen Monaten keine Zeitung mehr gelesen zu haben: seit 15 Jahren stoppt der globale Klimawandel und -wie immer- wissen die Experten nicht so recht warum. Und das sagt nicht ein Klimaverschwörer, sondern der britische Met-Service, der fast alle Daten für europäische Klimaforscher liefert. Ja, es gibt Regionen, die sich erwärmen während andere abkühlen. Im Durchschnitt ist es derzeit aber dasselbe Wetter wie seit 1997 obwohl die CO2 Emissionen seither gestiegen sind. Also nicht nur bei Greenpeace lesen, auch mal ernste Blätter in Betracht ziehen!
Nein, der Klimawandel stoppt keineswegs. Lediglich die globale Durchschnittstemperatur stagniert seit einigen Jahren, und die Gründe dafür sind gu t bekannt und liegen auf der Hand. Die tatsächlich stattfindende und messsbare Energiezunahme "verschwindet" derzeit in Form der Zunahme der latenten Wärme, die v.a. für das Schmelzen des Polareises aufgebracht werden muss.
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