Unwetter Sintflutartiger Regen über Süddeutschland

Temperaturabfall, Sturzregen, golfballgroße Hagelkörner: Heftige Gewitter sind erneut über Süd- und Mitteldeutschland gezogen. Straßen wurden überspült, Keller geflutet.

Straubing in Bayern
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Straubing in Bayern


Die Bewohner von weiten Teilen Süd- und Mitteldeutschlands haben erneut die Ausmaße von Gewittern und Starkregen zu spüren bekommen. In Südhessen liefen bei sintflutartigen Regenfällen zahlreiche Keller voll.

Besonders betroffen war den Angaben des Stadtbrandinspektors der Kreis Bergstraße und dort der Ort Bürstadt. In Bürstadt und den beiden Stadtteilen Bobstadt und Riedrode habe es bislang 120 Einsätze gegeben, hieß es am späten Abend. Einige Kellerwohnungen standen demnach 60 bis 80 Zentimeter hoch unter Wasser, in Industriegebäude sei Wasser eingedrungen. Bei der Polizei in Heppenheim sagte ein Sprecher, es habe im gesamten Landkreis Probleme gegeben.

Im baden-württembergischen Reutlingen wurde der Hauptbahnhof am Abend zwischenzeitlich wegen Überflutung gesperrt. Ein oder mehrere Gullis liefen nach heftigem Regen über, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte. Ein Baukran wurde unterspült, vom Wasser betroffene Baustromverteiler verursachten zeitweise Stromausfall im Ortsteil Sondelfingen. Am Scheibengipfeltunnel löste der Starkregen einen Erdrutsch aus, die Bundesstraße musste voll gesperrt werden. In Kirchheim unter Teck wurde ein Mann in seinem Auto von den Wassermassen eingeschlossen. Die Feuerwehr befreite ihn.

Im bayerischen Furth im Wald an der Grenze zu Tschechien fielen am Nachmittag faustgroße Hagelkörner vom Himmel. Zahlreiche Dächer und Fahrzeuge seien teils schwer beschädigt worden. Allein sieben Polizeiautos seien in Mitleidenschaft gezogen worden, vier seien nicht mehr fahrbereit. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Hagel auf einem Feld vor Furth im Wald
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Hagel auf einem Feld vor Furth im Wald

In anderen Orten in der Oberpfalz wehte der Wind Bäume um, Autos kamen wegen Aquaplanings von der Straße ab, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums sagte. Auch in Oberfranken hatten Polizei und Feuerwehr allerhand zu tun. Die Bahnstrecke zwischen Pegnitz und Speichersdorf (beide Landkreis Bayreuth) wurde von Starkregen unter- und überspült. Der Zugverkehr wurde vorübergehend eingestellt.

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Auch in Rheinland-Pfalz liefen am späten Montagnachmittag zahlreiche Keller voll. Besonders betroffen war nach ersten Angaben der Polizei die Pfalz, aber auch Teile Rheinhessens. Die Menschen hätten überwiegend vollgelaufene Keller, angehobene Gullideckel und überschwemmte Straßen gemeldet, sagte ein Polizeisprecher.

Am Mittwoch werden in weiten Teilen des Landes nur noch 20 Grad erreicht. Doch die Abkühlung soll nur von kurzer Dauer sein: Ab Donnerstag gehen die Temperaturen vielerorts schon wieder nach oben.

bbr/kry/dpa

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