Mehr als ein Dutzend Tote Wetterchaos in Europa, milder Herbst in Deutschland

Der Herbst zeigt sich von seiner freundlichen Seite, zumindest in weiten Teilen Deutschlands. Im Rest Europas kämpfen die Menschen hingegen mit Stürmen, Wintereinbrüchen - und steigenden Opferzahlen.

Verkehrschaos nahe Firminy in Zentralfrankreich
AFP

Verkehrschaos nahe Firminy in Zentralfrankreich


Von der Umwelt abgeschnittene Städte und Dörfer, mehr als ein Dutzend Tote, Hunderttausende Haushalte ohne Strom: Unwetter haben Teile Europas ins Chaos gestürzt - wohingegen in Deutschland vergleichsweise milde Temperaturen herrschen.

Während es in vielen Nachbarländern Unwetter gibt, wird der Wind in Deutschland schwächer. Das Sturmtief, das am Dienstag noch weite Teile Deutschlands beeinflusst habe, flaue ab, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Am Mittwoch kann es demnach jedoch im Norden noch zu Sturmböen, an windanfälligen Stellen wie auf der Nordseeinsel Spiekeroog auch zu schweren Sturmböen kommen. Für diese Region sei dies im Herbst jedoch nicht unüblich.

In anderen europäischen Ländern sind hingegen mindestens 14 Menschen wegen zum Teil heftiger Unwetter ums Leben gekommen, Zehntausende Menschen sind von der Stromversorgung abgeschnitten. Der Überblick.

  • Italien: Orkanwinde an der Riviera, über die Ufer tretende Bäche, von Bäumen erschlagene Menschen: Eine Schlechtwetterfront mit Starkregen und Sturmböen lähmt weiterhin viele italienische Regionen, mindestens zwölf Menschen kamen ums Leben. In der nordwestlichen Region Ligurien wurden alle Häfen geschlossen, zuletzt waren dort 20.000 Menschen ohne Strom. Regionalpräsident Giovanni Toti schätzte die Schäden auf mehrere Hundert Millionen Euro. Im Küstenort Rapallo schleuderte der Sturm Luxusjachten aufs Ufer, im Markusdom in Venedig stieg der Wasserpegel auf bis zu 90 Zentimeter. Landesweit zählte die Feuerwehr rund 7000 Einsätze seit Beginn der Unwetter.
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  • Frankreich: Nach einem Wintereinbruch ist in 195.000 Haushalten der Strom ausgefallen. Mehr als 1000 Menschen mussten die Nacht wegen heftigen Schneefalls in Notunterkünften verbringen. Zeitweise steckten mehr als 800 Autos auf blockierten Regionalstraßen fest, wie die Departements Haute-Loire und Loire mitteilten. Einige Räumfahrzeuge kamen nur schwer durch, weil gestrandete Autofahrer ihre Wagen verlassen und Lastwagenfahrer Fahrverbote für Gebirgsstraßen ignoriert hatten. Auf mehreren Bahnstrecken in der Region Lyon war kein Zugverkehr möglich, wie die französische Bahn meldete.
  • Slowenien: Im ganzen Land gilt seit Montag die höchste Unwetterwarnstufe. Nahe der Stadt Maribor kamen ein 80-jähriger Autofahrer und sein 76 Jahre alter Beifahrer bei einem Unfall ums Leben, den ein wetterbedingter Erdrutsch verursacht hatte.
  • Spanien: Heftiger Schneefall und Unwetter haben viele Regionen ins Chaos gestürzt. Auf Menorca harren etwa 30.000 Haushalte wegen eines Tornados, der die Insel am Wochenende getroffen hatte, seit zwei Tagen ohne Strom aus. Viele Straßen und Autobahnen sind in den Autonomen Gemeinschaften Asturien und Galicien wegen des Schnees unbefahrbar, eine wichtige Zugverbindung ist unterbrochen.
  • Österreich: In Salzburg riss eine Sturmböe einen großen Teil des Dachstuhls der mittelalterlichen Festung mit sich. In der weiter südlich gelegenen Gemeinde Muhr trat der Fluss Mur über das Ufer und überschwemmte den Ortskern. In einem Tal nahe der Schweizer Grenze drohten mehrere Dämme zu brechen. Rund 10.000 Haushalte waren dort zeitweise ohne Strom.
  • Tschechien: Ein heftiger Sturm hat in Tschechien Bäume umgestürzt und Dächer abgedeckt. Die Feuerwehren rückten zu Hunderten Einsätzen aus. Wegen beschädigter Freileitungen waren nach Angaben der Versorger rund 30.000 Haushalte vorübergehend ohne Strom. Mehrere Bahnstrecken waren nicht mehr passierbar. Besonders betroffen war die Region um Trutnov im Nordosten des Landes.
  • Slowakei: Im Bezirk Turcianske Teplice fuhr ein Triebwagenzug der Bahn gegen einen umgestürzten Baum. Bei dem Unfall wurden 5 der rund 75 Fahrgäste verletzt, wie die Agentur Tasr unter Berufung auf die Rettungskräfte berichtete.
  • Kroatien: Die Hafenstadt Rijeka steht unter Wasser, zahlreiche Fährverbindungen wurden eingestellt.
  • Schweiz: Im Kanton Tessin sind zahlreiche Straßen wegen Überschwemmungen oder umgestürzter Bäume unpassierbar.

mxw/dpa



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