Sturmtief "Burglind" Orkanböen behindern Verkehr im Westen

Blockierte Bahnstrecken, viele umgestürzte Bäume, Chaos im Berufsverkehr: Mit orkanartigen Böen und starken Regenfällen zieht Sturmtief "Burglind" vom Westen aus über Deutschland.


Sturmtief "Burglind" hat dem Westen Deutschlands am Morgen orkanartige Böen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 120 Kilometern pro Stunde gebracht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor umherfliegenden Gegenständen und umstürzenden Bäumen.

"Die Böden sind durch den Regen der vergangenen Tage durchnässt, Bäume kippen leichter um", sagte DWD-Meteorologe Robert Hausen. Vor allem in Wäldern solle man sich am Mittwoch lieber nicht aufhalten. Die Kaltfront mit heftigen Winden, kräftigem Regen und möglichen kurzen Gewittern soll vom Westen aus über Deutschland ziehen.

In Nordrhein-Westfalen kam es zu vielen Verkehrsbehinderungen. Laut Polizei standen etwa Straßen in Essen und Mülheim unter Wasser, Gegenstände flogen umher. Ein umgestürzter Baum blockierte die wichtige Regionalbahnlinie zwischen Aachen und Düsseldorf. Auch auf den Autobahnen A44 zwischen Jülich und Aldenhoven und auf der A59 bei Duisburg kam es laut WDR und Radio Duisburg zu Behinderungen. Auf der A44 stürzte ein Hochsitz auf die Fahrbahn.

Fotostrecke

19  Bilder
Sturmtief: Was "Burglind" anrichtet

In Selm im südlichen Münsterland prallte ein Regionalzug gegen einen entwurzelten Baum. Der Zug sei am Mittwochmorgen teilweise aus den Schienen gesprungen, verletzt worden sei aber niemand, sagte ein Bahnsprecher. Die Bergung auf der Strecke zwischen Lünen und Lüdinghausen dauere an.

Auch in Hessen legte "Burglind" den Verkehr teilweise lahm. Vielerorts stürzten Bäume um und behinderten den Verkehr. Bei Limburg fiel ein Baum auf die Oberleitung der Bahn und behinderte den Zugverkehr auf der Strecke Limburg-Frankfurt. Das Polizeipräsidium Westhessen registrierte zahlreiche umgestürzte Bäume. Es gingen laufend Meldungen ein, vor allem für den Rheingau, Hochtaunus und Limburg, sagte ein Sprecher.

Heftige Orkanböen warfen am Morgen in Rheinland-Pfalz zahlreiche Bäume um. Viele Straßen waren blockiert, vor allem in der Eifel und im Hunsrück. Einen Überblick über das Ausmaß der Schäden gab es zunächst nicht. "Ich glaube, wir werden diese Bäume heute nicht mehr zählen können", sagte eine Polizeisprecherin. Es seien einfach zu viele. Die Sprecherin rechnete mit erheblichen Behinderungen im Berufsverkehr. Bei Wörrstadt stürzte ein Baum auf die Autobahn 63.

Am Vormittag zog die Kaltfront in Richtung südliches Hessen, Baden-Württemberg und Bayern weiter. "Burglind" beschäftigte auch in Stuttgart Polizei und Feuerwehr. Der Sturm deckte nach Angaben der Polizei zahlreiche Dächer ab. Es habe mehr als 70 Einsätze in der Stadt gegeben.

Der Wind dürfte laut DWD Spitzengeschwindigkeiten zwischen 100 und 130 Kilometern pro Stunde erreichen. Die Unwettergefahr nehme im Laufe des Vormittags vom Westen aus ab, hieß es. An der Nordseeküste könne es am späten Vormittag orkanartige Böen geben.

Ganztägig wird im Alpenvorland in Höhenlagen ab 1500 Metern vor Orkanböen gewarnt. In Hochlagen im Harz und auf dem Fichtelberg im Erzgebirge gilt das bis Donnerstagmorgen.

ulz/dpa

Mehr zum Thema


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.