Wetter Wann in Deutschland der erste Schnee fällt

In weiten Teilen Deutschlands ist in den vergangenen Tagen der erste Schnee gefallen. War das ein früher oder später Wintereinbruch? Finden Sie es mit unseren Grafiken heraus.

Von Manuel Reitz, und


Es gibt diesen einen, diesen ganz besonderen Tag im Jahr, an dem der erste Schnee fällt. Für viele Menschen kommt dieser Tag jedes Jahr völlig überraschend. Zumindest ist dies der Eindruck, den man in den sozialen Netzwerken bekommen muss - so viele Schneebilder werden dort geteilt.

Aus langjährigen Statistiken lässt sich gut herauslesen, ab wann man mit dem ersten Schnee rechnen kann. Lässt man die Zugspitze (hier liegt ganzjährig Schnee) außen vor, so ist die Wetterstation auf dem Feldberg der Ort in Deutschland, an dem es am frühesten anfängt zu schneien. Schon am 11. Oktober fällt hier - statistisch gesehen - der erste Schnee. Je nach Lesart besonders lang oder besonders kurz warten muss man auf der Nordseeinsel Norderney. Hier ist es im Mittel erst am 4. Januar soweit - wenn es denn überhaupt einmal schneit. Alle anderen Orte liegen irgendwo dazwischen, mit einer großen Anhäufung zwischen Mitte November und Mitte Dezember, wie die folgende Grafik zeigt:

Der erste Schnee freut sicherlich die meisten, aber er ist selten von Dauer. Die Analyse der Daten zeigt auch, wie viele Schneetage man im Mittel an den einzelnen Wetterstationen erwarten kann: Die Station auf der Oberen Firstalm in den Schlierseer Bergen (erster Schnee am 12. Oktober) kann mit ganzen 176 Schneetagen aufwarten und liegt damit sogar noch vor dem Feldberg (173 Schneetage). Unter den Freunden der Ganzjahresbereifung dürften die Orte Olfen und Pulheim in Nordrhein-Westfalen ein Geheimtipp sein. Hier liegt im langjährigen Mittel nur an fünf Tagen im Jahr Schnee.

Unsere Karte zeigt dabei, dass sowohl beim Datum des ersten Schneefalls als auch bei der Häufigkeit von Schneetagen nicht nur die Höhe der Messstation entscheidend ist, sondern auch deren Abstand von der Meeresküste. So sind die Chancen auf frühen und auch häufigeren Schnee nicht nur entlang der Alpen und in den Mittelgebirgen, sondern auch in den mittleren Lagen Ostdeutschlands gar nicht so schlecht.

Woher stammen unsere Daten?

Wir haben für diese Auswertung die Mittelwerte aller Winter von 1980/81 bis 2012/13 für die insgesamt 1538 sogenannten Niederschlagsstationen des Deutschen Wetterdienstes herangezogen. Alle ermittelten Werte basieren dabei auf der Angabe zur gemessenen Schneehöhe. Die Wetterdaten beinhalten zwar auch Angaben zur Niederschlagsart, etwa nur Regen, nur Schnee, Regen & Schnee, Schneeregen, etc. sie können hier jedoch nicht verwendet werden. Denn auch Hagel und Graupel werden als Schnee kategorisiert und so würde jedes Sommergewitter die Statistik verhageln. Sämtliche Originaldaten werden vom DWD mit freiem Zugang veröffentlicht und können hier eingesehen werden.



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