Böen bis Windstärke 12 Wetterdienst warnt vor Sturmtiefs "Dragi" und "Eberhard"

In mehreren Bundesländern sollte man auf den Sonntagsspaziergang lieber verzichten, rät der Deutsche Wetterdienst. In NRW stellt die Bahn wegen Sturmschäden den Fernverkehr und Teile des Regionalverkehrs ein.

DPA

Der Deutsche Wetterdienst hat wegen der Gefahr orkanartiger Böen für weite Teile von Nordrhein-Westfalen, aber auch Hessen und Thüringen die zweithöchste Unwetter-Warnstufe ausgegeben (hier die aktuelle Warnkarte für Deutschland). Sturmtief "Eberhard" fege mit Windstärke 11, teilweise mit Windstärke 12 über das Land hinweg, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit.

Bei solchen Windgeschwindigkeiten könnten Bäume entwurzelt und Dachziegel durch die Luft geschleudert werden. Menschen sollten sich möglichst nicht im Freien aufhalten, mahnten die Meteorologen. Auf den Sonntagsspaziergang solle man lieber verzichten.

Die Deutsche Bahn unterbricht wegen "Eberhard" den Fernverkehr und Teile des Regionalverkehrs in Nordrhein-Westfalen. Die Züge würden nun am nächsten Bahnhof gestoppt, sagte ein Bahnsprecher. Fahrgästen, die am Sonntag eine Reise antreten wollten, bot die Bahn an, die Fahrt kostenfrei zu stornieren. Das Unternehmen rechnete vor allem in der Mitte und im Süden Deutschlands mit Folgen des Sturms.

Die Tiefdruckgebiete "Dragi" und "Eberhard" haben den Menschen in Deutschland fast flächendeckend ein stürmisches Wochenende beschwert. In Nordrhein-Westfalen rückten Polizei und Feuerwehr zu Hunderten Einsätzen aus. In Bochum und Dinslaken begruben Bäume geparkte Autos unter sich, in Bonn kippte ein Baum gegen ein Haus, im Münsterland deckten Sturmböen ein Dach ab.

Fotostrecke

12  Bilder
Tiefs "Dragi" und "Eberhard": Stürmisch und nass

Auf der Autobahn 40 stürzte bei Bochum ein Baum auf die Fahrbahn und verursachte einen Stau. Die Zoos und Tierparks in Dortmund, Wuppertal und Hamm sollten am Sonntag sicherheitshalber geschlossen bleiben. Die Bahn warnte vor Problemen im Regionalverkehr. Wegen umgestürzter Bäume waren am Samstag einige Linien eingestellt worden.

In Rheinland-Pfalz beschädigte das Unwetter die Stadthalle in Bitburg. Nach ersten Erkenntnissen sei das Dach der Halle am Sonntagmittag zumindest teilweise abgedeckt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Die Feuerwehr habe die Halle abgesperrt, um Menschen vor herumfliegenden Teilen zu schützen.

Auch in Niedersachsen und Hessen waren Bahnstrecken und Straßen am Wochenende wegen umgestürzter Bäume gesperrt, wie die Polizei mitteilte. Bei Northeim wurde eine Kreisstraße gesperrt. In Frankfurt am Main stürzte ein Baum auf ein Haus, verletzt wurde niemand.

Für Baden-Württemberg und Teile von Bayern warnte der DWD insbesondere für den Sonntagnachmittag vor orkanartigen Böen mit Windgeschwindigkeiten im Flachland bis 110 Kilometern pro Stunde. Auf dem Feldberg im Schwarzwald wurden demnach sogar Geschwindigkeiten bis 150 Stundenkilometer gemessen.

In Sachsen wies der Bahnbetreiber Länderbahn seine Lokführer an, langsamer zu fahren. Je nach Gefährdungslage sei auch eine Einstellung des Verkehrs nicht ausgeschlossen, teilte die Länderbahn mit, die auch im benachbarten Bayern Bahnlinien betreibt.

Für die kommende Woche erwartet der DWD am Montag eine dichte Wolkendecke und wiederholte Schnee-, Graupel- und Schneeregenschauer. An den Alpen und im Erzgebirge könne es auch zu länger anhaltendem Schneefall kommen, sagte ein Sprecher. Die Höchsttemperaturen liegen bei vier bis neun Grad, in höheren Lagen ist auch Dauerfrost möglich. Am Dienstag wird es milder und im Südosten etwas freundlicher.

juh/ulz/dpa/AFP



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.