Minustemperaturen: Deutschland stellt sich auf Eiseskälte ein

Die klirrende Kälte in Deutschland nimmt sich nur eine kleine Auszeit. Von Mitte der Woche an wird wieder verstärkt gebibbert - dann sind Temperaturen von zehn Grad minus zu erwarten. Die Straßenverhältnisse bleiben schwierig.

Winterwetter: Ärger mit Autos, Spaß beim Rodeln Fotos
DPA

Offenbach - Das zweite Adventswochenende war klirrend kalt - zum Wochenbeginn hat sich die Wetterlage im verschneiten Deutschland etwas entspannt. Die Temperaturen lagen in der Nacht zum Montag teilweise wieder über null Grad. Das etwas mildere Wetter hält jedoch nicht lange an. Schon in der Nacht zum Dienstag soll es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wieder fast überall schneien. Bis Mitte der Woche sei zudem mit zweistelligen Minustemperaturen zu rechnen - Hoch "Schorsch" gewinnt mit klirrend kalter Luft aus dem Norden die Oberhand über Schneetief "Marie", das Richtung Osten zieht.

In der Eiseskälte starben am Wochenende mehrere Menschen. In Großkühnau in Sachsen-Anhalt wurde am Samstag eine Frau in einem Park gefunden. Sie sei offenbar erfroren, teilte die Polizei mit. In Rüsselsheim erfror ein Obdachloser im Schlaf. Der 38-Jährige habe sich in der Nacht zum Sonntag direkt vor der Tür eines Wohncontainers mit einem Schlafsack hingelegt. Im Container selbst seien alle Plätze vergeben gewesen.

Minustemperaturen herrschen auch im Norden Griechenlands. In der Region der Kleinstadt Florina wurden am Montagmorgen Werte von minus fünf bis minus sieben Grad gemessen. Zahlreiche Straßen waren laut Nationalem Wetteramt nur mit Schneeketten befahrbar. Wegen der vereisten Straßen blieben die Schulen in Florina geschlossen. Die kommenden zwei Tage werde dort Dauerfrost herrschen, hieß es. In der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki kam es zu einem Verkehrschaos. Wegen Eisregens gab es laut Polizei mehrere Unfällen.

In Deutschland entspannte sich die Verkehrssituation zum Wochenbeginn vielerorts etwas. Schwere Unfälle aufgrund von Glätte oder Schnee wurden nicht gemeldet. In Bayern behinderte das Winterwetter dennoch den Verkehr. Es gab mehrere Leichtverletzte, Räumfahrzeuge auf den Straßen waren im Dauereinsatz. Im Bayerischen Wald waren zahlreiche Nebenstraßen wegen Schneebrüchen und Schneeverwehungen blockiert. In Niederbayern gab es in der Nacht zum Montag rund 60 Unfälle wegen Schnee oder Glätte. Etwa 70 Unfälle mit insgesamt acht Verletzten verzeichnete die Polizei in der Oberpfalz. In Schwaben blieben etliche Fahrzeuge im Schnee stecken.

Flugausfälle in Frankfurt

Auf den deutschen Straßen bleibt es auch in den kommenden Tagen glatt. Autofahrer müssten sich auf Glatteis und Schneeverwehungen einstellen, hieß es vom Deutschen Wetterdienst. Gefährlich wird es besonders, wenn Schnee schmilzt und anschließend wieder zu einer Eisschicht gefriert.

Schwierige Verkehrsverhältnisse machten Reisenden bereits am Wochenende zu schaffen. Am Frankfurter Flughafen wurden allein am Sonntag mehr als 350 Flüge gestrichen, wie der Betreiber Fraport mitteilte. Am Abend und in der Nacht zum Montag beruhigte sich die Lage etwas. Die Deutsche Bahn drosselte am Sonntag die Geschwindigkeit ihrer Züge für den Fernverkehr auf 200 Kilometer in der Stunde. Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme, um Betriebsschäden zu verhindern, sagte eine Bahnsprecherin.

Wer wissen will, ob es weiße Weihnachten gibt, muss sich noch ein paar Tage gedulden. Eine tagesgenaue Vorhersage ist laut DWD maximal für einen Zeitraum von sieben bis zehn Tagen möglich. "Ob es an Weihnachten regnet oder schneit, lässt sich derzeit noch nicht sagen", teilte ein DWD-Sprecher mit. Erst am dritten Adventswochenende werde es aussagekräftige Tendenzen geben. Die Chancen auf Schnee an Weihnachten stehen demnach immerhin in Lagen über 800 Metern gut. Aber auch dort sei offen, "ob es Matschschnee oder Pulverschnee gibt", so der Sprecher.

ulz/dpa

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insgesamt 29 Beiträge
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1. Ja, das Wetter...
sappelkopp 10.12.2012
Zitat von sysopDPADie Eiseskälte in Deutschland nimmt sich nur eine kleine Auszeit. Von Mitte der Woche an wird wieder verstärkt gebibbert - dann sind Temperaturen von zehn Grad minus zu erwarten. Die Straßenverhältnisse bleiben schwierig. http://www.spiegel.de/panorama/winter-in-deutschland-zweistellige-minustemperaturen-erwartet-a-871977.html
...da haben wir wieder was zu diskutieren. Leute, es ist normal zu dieser Jahresheit. Alles gut!
2. Das Wetter in Florina
Drummer 10.12.2012
Wissen Sie zufällig auch, ob der Sack Reis in China noch steht oder schon umgefallen ist?
3. Das macht der Klimawandel
n+1 10.12.2012
Die Minustemperaturen sind nur Einbildung. In Wirklichkeit wird es dauernd wärmer. Und zwar wegen dem CO2, das tut alles warm machen.
4. O jeh
salmasius 10.12.2012
es ist Winter, es schneit und friert. Hats ja noch nie gegeben.
5. Über Obdachlose
arvin_g 10.12.2012
die bei Minusgraden erfrieren wird regelmäßig berichtet. Ebenso regelmäßig wird allerdings nicht erwähnt dass ausser Wohncontainern noch andere Notunterkünfte existieren die aber von den Betroffenen nicht in Anspruch genommen werden, etwa wegen Alkoholverbots.
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