Extremer US-Winter Schneepflug tötet Schwangere in New York

In den USA sorgen Eis und Schnee weiter für chaotische Verhältnisse. In New York kam eine Hochschwangere ums Leben, als sie von einem Räumfahrzeug erfasst wurde - ihr Kind wurde per Kaiserschnitt gerettet. Insgesamt starben durch das Unwetter bereits 21 Menschen.

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Washington/New York - Der harsche Winter sorgt in weiten Teilen der USA für chaotische Verhältnisse. In Washington und Philadelphia an der Ostküste setzten am Donnerstagabend erneut heftige Schneefälle ein. Bisher starben durch das Unwetter 21 Menschen. In New York wurde eine schwangere Frau von einem Schneepflug getötet; ihr Kind konnte laut CNN mit einem Kaiserschnitt gerettet werden, befindet sich aber in kritischem Zustand.

Der Gouverneur des Bundesstaates Pennsylvania, Tom Corbett, riet den Bewohnern erneut: "Bleibt zu Hause!" In Pennsylvania sei im Unwetter ein Tankzug mit Heizöl entgleist. Ein oder zwei Waggons seien leckgeschlagen. "Die Lage ist aber unter Kontrolle."

Laut nationalem Wetterdienst zieht ein großer Wintersturm in Richtung Nordosten des Landes. In Washington und Umgebung soll es bis zum Freitagmorgen (Ortszeit) abermals zehn und mehr Zentimeter Neuschnee geben. Erst danach wird es demnach etwas wärmer, bevor es am Wochenende erneut schneit. Alles in allem seien 100 Millionen Amerikaner vom extremen Winterwetter betroffen, meldete CNN.

Vor Supermarkt vom Schneepflug erfasst

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Schneechaos: Stromausfall bei 1,2 Millionen Amerikanern
Der Unfall mit dem Schneepflug ereignete sich dem Nachrichtensender zufolge am Donnerstagmorgen auf einem Supermarktparkplatz in Brooklyn. Die 36-jährige Hochschwangere war demnach gerade dabei, Einkäufe in ihren Wagen zu laden, als sie von dem rückwärts fahrenden Räumfahrzeug erfasst wurde. Mediziner konnten der Frau im Krankenhaus nicht mehr helfen; ihr etwa 3,5 Kilogramm schweres Kind brachten sie jedoch per Kaiserschnitt zur Welt.

Für New York ist es laut CNN bereits der sechste Wintersturm der Saison. Zu Wochenbeginn hatte die Unwetterfront mit heftigem Schnee- und Eisregen in Südstaaten wie Georgia, South Carolina und Alabama begonnen. Bis Donnerstag war bei fast 1,2 Millionen Menschen zumindest vorübergehend der Strom ausgefallen, auf vielen Straßen ging nichts mehr, Tausende Flüge mussten gestrichen werden.

In Washington blieben am Donnerstag die Schulen geschlossen, Regierungsbeamte durften zu Hause bleiben. In der Hauptstadt starb der Fahrer eines Schneepflugs nach einer Kollision mit einem Lastwagen.

Der Bürgermeister von New York, Bill de Blasio, geriet unter Druck, weil er anders als sein Amtskollege in Washington die Schulen geöffnet ließ. Doch der Bürgermeister verteidigte sich: "Im Gegensatz zu anderen Städten machen wir bei Widrigkeiten nicht gleich zu." Die Schulen schließe man erst, wenn es gar nicht mehr anders gehe.

Auch der sonst wärmeverwöhnte Süden kämpfte mit rekordverdächtigen Schneemassen. "Werden Sie nicht unachtsam. Mehr Schnee ist auf dem Weg", twitterte der Nationale Wetterdienst für Georgia. Inzwischen ist laut "USA Today" von 50 Bundesstaaten nur noch einer schneefrei - Florida.

Wie bereits mehrfach bei ähnlichen Wetterlagen zu beobachten war, verschlimmert die teils marode Infrastruktur der USA die Lage deutlich. Schon einige Zentimeter nassen Schnees genügen vielerorts, um Äste oder Bäume auf Strommasten stürzen zu lassen und so ganze Straßenzüge von der Stromversorgung abzuschneiden.

rls/dpa/AP/Reuters

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