Wirbelsturm "Sandy": Zehntausende Liter Öl ins Meer geflossen

Hurrikan "Sandy" hat schwere Umweltschäden verursacht. Der Wirbelsturm beschädigte Raffinerien an der Küste so stark, dass allein an einer Anlage fast 30.000 Liter Öl ins Meer liefen. Etwas entspannt hat sich offenbar die Wohnungslage in New York City.

Küste in New Jersey: Öl aus Raffinerie im Ozean Zur Großansicht
REUTERS/Army National Guard

Küste in New Jersey: Öl aus Raffinerie im Ozean

New York - Aus von Wirbelsturm "Sandy" beschädigten Raffinerien sind an der US-Ostküste Zehntausende Liter Öl ins Meer geflossen. Allein an einem Standort in Linden im Bundesstaat New Jersey seien mehr als 29.000 Liter ausgelaufen, teilte die Küstenwache am Montag mit. Die Raffinerie bleibe daher zunächst geschlossen. Das verunreinigte Wasser werde derzeit mit Tanklastwagen abgesaugt. Bis Sonntag seien bereits 1,7 Millionen Liter Wasser-Öl-Gemisch abgepumpt worden.

Wegen Benzinmangels stellte die US-Armee unterdessen 90 Millionen Liter Kraftstoff zur Verfügung, wie das Pentagon mitteilte. Demnach wurden je 45 Millionen Liter Benzin und Diesel an Tankstellen in New York und New Jersey geliefert. Zuvor hatte die Logistikbehörde des Verteidigungsministeriums bereits 1,5 Millionen Liter in die betroffenen Gebiete gebracht. Nach Behördenangaben mangelt es an mehr als einem Viertel der Tankstellen in der Region New York an Treibstoff, die Stationen wurden teilweise von Sicherheitskräften bewacht. Auf dem Schwarzmarkt erreichte Benzin Höchstpreise; so wurde im Internet das Vier- bis Fünffache des üblichen Preises verlangt.

Weniger schlimm als befürchtet sind dagegen "Sandys" Folgen in New York City. Laut Bürgermeister Michael Bloomberg müssen deutlich weniger Menschen in Notunterkünften untergebracht werden als zunächst angenommen. Er gehe von weniger als 10.000 Betroffenen aus, sagte Bloomberg bei einer Pressekonferenz. Zuvor hatte er erklärt, er befürchte, dass 30.000 bis 40.000 Menschen betroffen seien. Die Zahl von 40.000 wäre der "schlimmste Fall" gewesen, sagte Bloomberg nun.

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Sturm "Sandy": Nach dem Wasser die Kälte
Offiziellen Angaben zufolge leben in der Stadt New York derzeit knapp 5000 Menschen in 14 Notunterkünften. Zudem wurden 200 Wärmezentren eingerichtet, um denjenigen zu helfen, die bei sinkenden Temperaturen noch ohne Heizung auskommen müssen.

Möglicherweise wird die Regierung wegen des nahenden Winters Tausende Betroffene außerhalb von New York City zeitweise in Hotels unterbringen und dafür aufkommen. Dieses Angebot gelte für bis zu 34.000 Personen, die ihr Zuhause verloren hätten. Mittelfristig werde man versuchen, die Betroffenen etwa in Mietwohnungen unterzubringen.

Zudem wurden Zwangsversteigerungen von Häusern in von "Sandy" betroffenen Gebieten für 90 Tage ausgesetzt. Man wolle nicht, dass Familien erst durch Sandy und dann noch durch den Verlust ihres Hauses bestraft würden, sagte ein Sprecher.

Der Hurrikan "Sandy" war in der Nacht zum Dienstag vergangener Woche auf die US-Ostküste getroffen und hatte für schwere Zerstörungen und Überschwemmungen gesorgt. Mehr als hundert Menschen kamen ums Leben. Der Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, zeigte sich am Montag besorgt angesichts eines weiteren für Mittwoch vorhergesagten Sturms, der die bereits von "Sandy" heimgesuchten Regionen im Nordosten der USA treffen soll.

ulz/AFP/Reuters

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