WM 2014 in Brasilien Regierung will nächtliches Public Viewing erlauben

Nach 22 Uhr kein Lärm mehr in der Öffentlichkeit? Das wird bei der Fußball-WM 2014 schwierig, schließlich finden viele Spiele wegen der Zeitverschiebung zu Brasilien erst danach statt. Eine eigene Verordnung soll nun Public Viewing zu später Stunde möglich machen.

Fanmeile in Berlin bei der EM 2012: "Großes öffentliche Interesse"
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Fanmeile in Berlin bei der EM 2012: "Großes öffentliche Interesse"


Berlin - Bei der kommenden Fußballweltmeisterschaft gibt es ein Zeitproblem, zumindest für die deutschen Fans. Knapp die Hälfte der 64 Begegnungen beginnt erst um 22 Uhr deutscher Zeit oder später - dann sollte aus Rücksicht auf die Anwohner von Fanmeilen eigentlich Nachtruhe herrschen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks will die nächtlichen Live-Übertragungen der Fußballspiele aus Brasilien dennoch mit einer Public-Viewing-Verordnung möglich machen.

Einem Bericht der "Ruhr-Nachrichten" zufolge wird die SPD-Politikerin einen Entwurf dazu bei der Kabinettsklausur im brandenburgischen Meseberg vorstellen. Die Zeitung stützt den Bericht auf eine Bestätigung aus Regierungskreisen. Es würden Ansätze geprüft, "um sowohl das zu erwartende große öffentliche Interesse an den Spielübertragungen zu berücksichtigen als auch einen akzeptablen Mindestschutz der Nachtruhe für relevant betroffene Anwohner", heißt es demnach.

Die Details müssten allerdings noch ausgearbeitet werden. Zuständig für die Genehmigungen würden den Plänen zufolge aber Länder und Gemeinden bleiben. Mit der neuen "Verordnung über den Lärmschutz bei öffentlichen Fernsehdarbietungen im Freien" setzt Hendricks einen Beschluss der Länderumweltministerkonferenz um, die den Bund zum Handeln aufgefordert hatte.

Schon bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 hatte es eine Verordnung des Bundes mit Lärmschutzvorgaben für Live-Übertragungen auf Großbildleinwänden gegeben.

vks/dpa



insgesamt 110 Beiträge
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typ200 22.01.2014
1. Was machen die Bayern?
Für Berlin und andere deutsche Städte sehe ich kein Problem. Was machen aber die in Bayern, wo schon um 22.00 Uhr die Menschen den Stuhl im Biergarten räumen müssen? Also, ab nach Berlin auf die Fanmeile, statt bei sommerlichen Abendtemeraturen sich ins bayrische Wohnzimmer verziehen zu müssen.
zulu1980 22.01.2014
2. kann endlich mal jemand...
der spon-redaktion sagen dass es sich bei public viewing um eine öffentliche Leichenaufbahrung handelt und mit Fußball nichts zu tun hat. Man sollte keine Anglizismen verwenden wenn man nicht weiß was sie bedeuten.
großwolke 22.01.2014
3. optional
Ich wohne (momentan noch) ziemlich nah an einem Lokal, wo es voraussichtlich auch diesen Sommer wieder Fußball zu gucken geben wird, und ganz ehrlich: solange die Spiele laufen, kann ich fast das Fenster offenlassen beim Schlafen: die Leute sitzen, man hört den üblichen, auf die Distanz kaum störenden Pegel von Kneipengeplauder, hin und wieder unterbrochen von Stöhn- oder Jubeleinlagen, je nachdem wie das Spiel grad läuft. Der eigentliche Terror fängt nach den Spielen an, wenn die Autokorsos hupend und schreiend durch die Stadt touren. DAS lässt sich per Verordnung leider nicht verbieten, die Leute werden es einfach tun. Das Witzige dabei: mein 40000-Einwohner-Städtchen scheint irrsinnige Mengen jeder beliebigen fußballspielenden Nation zu beheimaten, denn bei EMs und WMs ist relativ egal, wer gespielt hat, am Ende fahren immer ein paar Besengte eine Stunde hupend im Kreis rum...
Lankoron 22.01.2014
4. Nichts gegen
Public Viewing...aber entweder man baut die Bühnen lärmsicher für die Anwohner auf oder untersagt das ganze...oder wird die Verordnung dann auch regeln, dass man auf Arbeit schlafen darf, weil einem trunkene Fussball-"Fans" das das erst nach 2 Uhr morgens erlaubt haben?
c.PAF 22.01.2014
5.
Zitat von sysoppicture alliance / dpaNach 22 Uhr kein Lärm mehr in der Öffentlichkeit? Das wird bei der Fußball-WM 2014 schwierig, schließlich finden viele Spiele wegen der Zeitverschiebung zu Brasilien erst danach statt. Eine eigene Verordnung soll nun Public Viewing zu später Stunde möglich machen. http://www.spiegel.de/panorama/wm-2014-regierung-will-naechtliches-public-viewing-erlauben-a-944817.html
Ach ja, das öffentliche Interesse... Haben die alle keinen Fernseher zuhause? Oder geht es schlicht und einfach wieder nur ums Geld verdienen? Dann sagt das doch auch ganz ehrlich.
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