WM-Vorbereitung Wehrmachtshelme für holländische Fußballfans

Wenige Monate vor der Fußball-Weltmeisterschaft hat eine niederländische Firma ein neues Utensil für holländische Fans ersonnen: einen aus orangefarbenem Plastik nachgebauten Stahlhelm der deutschen Wehrmacht. Die Macher finden das lustig, viele deutsche Fans vermutlich weniger.


Amsterdam - "Das witzigste Produkt für die WM in Deutschland", preist der Hersteller die Helme auf seiner Website an. 4,95 Euro kostet eine der Kopfbedeckungen bei einer Mindestabnahme von fünf Stück, Versandkosten kommen hinzu. Man könne die Helme mit seinen "Freunden von der Infanterie" beim Fußballschauen in der Kneipe aufsetzen oder aber mit den "Kollegen aus dem Bataillon" damit ins Stadion gehen, legt der Hersteller den Kunden nahe.

Website mit Fan-Helmen: "Das witzigste Produkt für die WM"

Website mit Fan-Helmen: "Das witzigste Produkt für die WM"

Die Helme sind - entsprechend der Trikotfarbe der Nationalelf - orange, die Flagge findet sich in Schriftzügen wieder. Interessenten können zwischen drei Versionen mit den Aufschriften "Hup, Holland, Hup" (sinngemäß: "Los, Holland, los"), "Jetzt Geht Losssss" und "Anvalluuuh" ("anvallen" bedeutet "angreifen") auswählen. Die Homepage ziert am oberen Rand eine Horde Vögel mit orangefarbenen Stahlhelmen auf dem Kopf, einer davon ruft "Angreifen!". In der Navigation links finden sich unter der Rubrik "Deutschenwitze" Kalauer von mehr als zweifelhafter Qualität. Immerhin: Unter dem Punkt "Wissenswertes" bemühen sich die Macher der Seite um etwas mehr Objektivität.

Der befremdliche Fanartikel allerdings ruft beim niederländischen Fußballverband KNVB Stirnrunzeln hervor. "Wir lehnen jede Verknüpfung von Fußball mit dem Krieg ab", sagte Sprecher Frank Huizinga. "Das entspricht ganz bestimmt nicht dem Geist eines Fußballturniers." Außerdem sei der Scherz einfach platt: "Das zeugt nicht von Kreativität."

Die Herstellerfirma Free Time Products teilte mit, die Helme hätten "keine politische Botschaft". Geschäftsführer Weno Geerts sagte: "Es ist nur ein Scherz. Wir machen uns über unsere Erzrivalen, die Deutschen, lustig, genau wie sie sich über uns lustig machen."

Friederike Freiburg



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