Wormser Dom Tödlicher Giftanschlag auf Wanderfalken

In Worms sind vier Wanderfalken offensichtlich an den Folgen einer Vergiftung gestorben. Die Greifvögel sollen eine mit Gift präparierte Taube gefressen haben.

Tote Wanderfalken in ihrem Horst auf dem Nordost-Turm des Wormser Doms
DPA

Tote Wanderfalken in ihrem Horst auf dem Nordost-Turm des Wormser Doms


Die Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) in Worms sind alarmiert: Gleich vier Wanderfalken, die auf dem berühmten Dom der Stadt leben, sollen einem Giftanschlag zum Opfer gefallen sein.

Der Staatsanwaltschaft Mainz zufolge starben die Mutter und drei Jungtiere, weil sie von einer mit Gift präparierten Taube gefressen hatten. Bei der Taube stellten Experten Veränderungen an der Schwungfeder fest. Sie habe möglicherweise Schwierigkeiten beim Fliegen gehabt.

Laut Staatsanwaltschaft wurden bereits Zeugen in der Sache vernommen. Man habe aber keinen Tatverdächtigen ausmachen können, hieß es. Da keine weiteren Ermittlungsansätze bestanden hätten, habe man das Verfahren einstellen müssen.

Der Naturschutzbund allerdings erstattete Anzeige, und nicht nur das: "Wir werden eine sehr hohe Prämie aussetzen für sachdienliche Hinweise", sagte der Vorstand der Ortsgruppe Worms, Hilmar Kienzl. "Damit der Täter gefunden wird oder weiß: Es wird ernst." Bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz drohen Bußgelder oder Haftstrafen von bis zu drei beziehungsweise fünf Jahren.

Die Nabu-Mitglieder aus Worms engagieren sich seit etwa zehn Jahren für die Wanderfalken, die auf dem Nordost-Turm des Doms leben. Sie waren es auch, die die verendeten Tiere am 22. Mai entdeckten. Laut Kienzl besteht Hoffnung, dass die geschützten Greifvögel auch weiter auf dem Dom leben werden. Der Falkenvater habe überlebt und könne möglicherweise eine neue Familie gründen.

Die Nahrung von Wanderfalken besteht fast ausschließlich aus kleinen bis mittelgroßen Vögeln, die sie in der Luft erbeuten. Die Greifvögel sind bekannt für ihre spektakulären Sturzflüge aus großen Höhen, bei denen hohe Geschwindigkeiten erreicht werden. Ihre Beutetiere wiegen selten mehr als 500 Gramm, also in etwa so viel wie eine Ringeltaube.

ala/dpa



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