Bergung vor Giglio: Wrack der "Costa Concordia" aufgerichtet

Bergung vor Giglio: Die "Costa Concordia" schwimmt wieder aufrecht Fotos
AFP

Es ist vollbracht: Das Wrack der "Costa Concordia" liegt aufgerichtet vor der italienischen Insel Giglio. Trotz einiger Probleme ist die einmalige Bergungsaktion den Experten damit vorerst gelungen. Nun soll der havarierte Gigant abgeschleppt werden.

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Rom/Giglio - Das Wrack des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" ist am zweiten Tag der Bergungsarbeiten in eine aufrechte Position gezogen worden. Die am Montag eingeleitete Operation sei am Dienstag um 4 Uhr erfolgreich abgeschlossen worden, sagte der Chef des italienischen Zivilschutzes, Franco Gabrielli, auf der Insel Giglio. Das 290 Meter lange Schiff, das so groß ist wie ein elfstöckiges Hochhaus, lag seit mehr als 20 Monaten vor der toskanischen Küste im Mittelmeer.

Der Zivilschutzchef und Vertreter der Bergungsteams umarmten sich, im Hafen von Giglio "applaudierten" Schiffssirenen. "Besser hätte es nicht laufen können", sagte Franco Porcellacchia vom Bergungsteam über die nach etwa 19 Stunden beendete Operation.

Ursprünglich waren die Fachleute davon ausgegangen, die am Montagfrüh begonnenen Arbeiten an dem Wrack schon nach etwa zehn bis zwölf Stunden abzuschließen. Es habe jedoch Verzögerungen bei dem sehr schwierigen Aufrichten des Kreuzfahrtschiffs gegeben, die Experten seien jedoch zufrieden, hatte Sergio Girotto, der ebenfalls für das Bergungsteam arbeitet, noch am Abend erklärt.

Am Montag hatte sich das Bergungsteam den ganzen Tag über damit befasst, das Schiff mit einem hydraulischen System aufzurichten. Der Kreuzfahrtriese wurde bereits ein Stück weit hochgezogen und aus seiner eingekeilten Lage zwischen zwei Felsen befreit. Bis es aufrecht stand, musste das Wrack um insgesamt 65 Grad gedreht werden. Danach wurde es provisorisch schwimmfähig gemacht. Im ersten Halbjahr 2014 soll die "Costa" abtransportiert und verschrottet werden. Das Aufrichten galt als einzigartige Aktion mit dem Risiko, dass der Gigant auseinanderbrechen könnte.

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Bergung der "Costa Concordia": Kolossale Aufgabe
Die "Costa Concordia" war im Januar 2012 vor der Insel auf einen Felsen gefahren und gekentert, 32 Menschen starben bei dem Unglück. Zwei Leichen wurden noch nicht geborgen und auch bislang nicht gefunden. Die Bergungsteams hoffen, sie nach dem Aufrichten noch ausfindig zu machen.

An Bord waren während des Unglücks mehr als 4000 Menschen. Bei der Evakuierung in der Januar-Nacht gab es chaotische Szenen sowie zahlreiche Probleme und Verzögerungen. Vor Gericht in Grosseto in der Toskana steht deshalb gegenwärtig Kapitän Francesco Schettino.

suc/dpa/AFP

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insgesamt 39 Beiträge
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1. und
uli1056 17.09.2013
wer bezahlt den "spass"? ach ja ,der deutsche Steuerzahler!
2. Welch eine Leistung!
RuoTi 17.09.2013
Gratulation an das Bergungsteam - das hat wirklich ganze Arbeit geleistet! Zumindest ein Lichtblick in dem Desaster. Hoffentlich erfährt Kapitän Schettino seine gerechte Strafe, so dass das Unglück insgesamt für die Betroffenen zu einem erträglichen Ende kommt.
3. Herzlichen Glückwunsch
MPS 17.09.2013
Chapeau an die Ingenieure. Und schön langsam, dass das Wasserseinen Weg nehmen kann. Ich bin wirlich beeindruckt Und Danke an das Team für dir Live-Web-Cam.
4. Bravo Bravissiomo!
mat_yes 17.09.2013
Glückwunsch der Bergungsfirma und allen anderen Beteiligten. Alllerdings sieht man hier mal wieder im Kleinen, was Projektmanagement ist und auch die Konsequenzen. Die Abläufe von Projekten sind unvorhersehbar, da trotz bester Planung mit Risiko und Problemanalysen, keiner alles im Voraus weis. Projekt kommt nicht umsonst auch von Projektion! Dieses Projekt hat in seiner Umsetzung fast 90% länger gedauert als geplant! Jetzt versteht vielleicht manch einer wieso Megaprojekte wie Stuttgart 21 oder der Berliner Flughafen so extrem schwer kalkulierbar sind und soviel mehr kosten. Unverantwortlich sind dabei nur die Politiker die eine Annahme bei Dauer und Kosten gleich als quasi endgültig hinausposaunen. Bei der Cost Concordia ist es bis hier super gelaufen. Wobei für mich die Frage bleibt ob nicht auch weiterhin die Gefahr besteht, dass sie auch beim Transport auseinander brechen könnte, da der Rumpf in den 20 Monaten in Seitenlage, siche nicht stabiler geworden ist. Es bleibt spannend! Ich drücke allen die Daumen, dass es gut geht. Es bleibt spannend
5. Herzlichen Glückwunsch
monolithos 17.09.2013
an die italienischen Ingenieure und das ganze Team der Maßnahme!
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