Defekte Gastherme in Wuppertal 13 Menschen mit Kohlenmonoxid vergiftet

Schon wieder eine defekte Gastherme, schon wieder eine Kohlenmonoxid-Vergiftung: In Wuppertal mussten 13 Menschen ins Krankenhaus, sieben werden in einer Druckkammer behandelt.

Rauchender Schornstein: Wenn Kohlenmonoxid in Innenräumen freigesetzt wird, ist das nicht so leicht erkennbar
DPA

Rauchender Schornstein: Wenn Kohlenmonoxid in Innenräumen freigesetzt wird, ist das nicht so leicht erkennbar


Wuppertal - 13 Menschen haben sich am Sonntag in Wuppertal mit Kohlenmonoxid vergiftet und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Sieben der Betroffenen, darunter sechs Kinder, wurden in eine Spezialklinik in Aachen verlegt, wo sie in einer Druckkammer behandelt werden.

Nach Angaben der Polizei verursachte eine schlecht oder gar nicht gewartete Gastherme in dem Mehrfamilienhaus das Unglück.

Kohlenmonoxid (CO) ist farblos, riecht und schmeckt nicht, Menschen nehmen es deshalb nicht wahr, wenn die Konzentration des giftigen Gases steigt. CO ist so gefährlich, weil es an Hämoglobin andockt - die Substanz in den roten Blutkörperchen, die den lebenswichtigen Sauerstoff transportiert. Weil Kohlenmonoxid eine stärkere Bindung mit dem Hämoglobin eingeht, verdrängt es den Sauerstoff. Die möglichen Folgen: Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit, Halluzinationen, Apathie, Krampfanfälle, Atemnot, Koma und im schlimmsten Fall der Tod. Man erstickt sozusagen von innen, erklärte Medizinkorrespondent Christoph Specht anlässlich des Grubenunglücks in der Türkei im Mai.

Im Falle einer Vergiftung ist das Therapieziel, die CO-Konzentration im Blut möglichst schnell wieder zu senken und die des Sauerstoffs zu erhöhen. Bei schweren Fällen soll dies durch die Behandlung in einer Überdruckkammer ermöglicht werden.

Immer wieder kommt es zu Vergiftungen und Todesfällen, wenn Kohlenmonoxid aus Gasthermen oder Kaminen unbemerkt in die Wohnung strömt oder Menschen in Innenräumen mit offenem Feuer hantieren. Laut einem Fachartikel aus dem Jahr 2012 kommt es in Deutschland pro Jahr zu etwa 370 Todesfällen durch CO-Vergiftungen, etwa 3700 Menschen müssen wegen einer solchen Vergiftung im Krankenhaus behandelt werden.

Die Polizei in Wuppertal hatte erst am 26. Dezember berichtet, dass zwei Menschen mit einer CO-Vergiftung ins Klinikum Aachen gebracht wurden. Sie hatten auf dem Balkon gegrillt und den noch glühenden Grill anschließend mit in die Wohnung genommen, wodurch die Kohlenmonoxid-Konzentration angestiegen war.

Anfang Dezember starben in Hamburg drei Menschen an einer CO-Vergiftung, auch hier war eine fehlerhafte Gastherme die Ursache.

wbr/dpa



insgesamt 24 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
tailspin 28.12.2014
1. Ab in den Bundestag und abstimmen
Hoechste Zeit, Kohlenmonoxid zu verbieten, wenn das so giftig ist. Die Berliner Fuersten sollten nicht ueber die Feiertage auf ihren Haenden sitzen bleiben. Und die Bruesseler Fuersten schon gar nicht.
franxinatra 28.12.2014
2. Selber mal unter den Folgen einer vermurksten Wartung...
dem Sensenmann gerade noch von der Schippe gesprungen; seit her lasse ich nichts mehr von Freunden machen -obwohl dieser vom Fach war... Dass ich wegen der Kopfschmerzen nur bei offenem Fenster schlief hat mir das Leben gerettet. Unglaublich, wie shcleichend so ein Tod ist.
linoberlin 28.12.2014
3. Es gibt
sehr preiswerte Warngeräte, wie Brandmelder. Warum macht man die nicht dort zur Pflicht, wo Gasthermen installiert sind?
spon-facebook-10000537469 28.12.2014
4. schon wieder ??
was heißt denn schon wieder ?? da passierten mal 2 ungewöhnliche dinge nacheinander, und schon spielt die presse verrückt ! bei einigen millionen gasthermen ist es doch wohl eher normal, daß die eine oder andere mal spinnt. täglich gehen tausende autos kaputt und reifen platzen .. warum da nicht "schon wieder" ?? aber sicher ist das nun ein anlaß, uns allen bange zu machen und so besser eine gasmelder-pflicht durchzusetzen .. was zahlen euch die lobbyisten für diesen artikel ??
Spiegelleserin57 28.12.2014
5. mit Gas ist nicht zu spaßen!!!
das sollte hinreichend bekannt sein. Eine Wartung der Therme gehört in die Hand eines Fachmanns. Daran herum zu spielen ist lebensgefährlich. Da sollte doch jeder Besitzer verstehen, er wird auch vom Betreiber darauf hingewiesen. Wer Geld sparen will spart mit keiner Wartung am falschen Platz.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.