YouTube-Hit: "Ich dachte wirklich, das war's, ich sterbe"

Kurz vor Weihnachten erzählt ein Teenager aus Texas auf YouTube, wie eine schwere Herzerkrankung sein Leben prägt. Wenige Tage später stirbt der 18-Jährige. Seine letzten Videos werden zum Online-Vermächtnis - und zur Internet-Sensation.

YouTube-Video von Benjamin Breedlove (Screenshot): Zur Großansicht
Benjamin Breedlove

YouTube-Video von Benjamin Breedlove (Screenshot):

Austin - Bis vor wenigen Tagen war Benjamin Breedlove nur einer von vielen Jugendlichen, die auf YouTube ihre Sicht der Dinge verbreiteten. Ein Teenager aus Texas, der im Internet mit der Welt plauderte. Und doch unterschied er sich in einem Punkt: Er litt seit seiner Geburt an einer Herzkrankheit, die es dem Organ schwer machte, Blut durch den Körper zu pumpen.

Nun ist Breedlove am ersten Weihnachtsfeiertag gestorben, im Alter von 18 Jahren. Über seine Beerdigung berichteten zahlreiche Zeitungen und TV-Sender in den USA. Viele Kommentatoren auf YouTube äußern einen Wunsch: Ruhe in Frieden, Ben.

Am 18. Dezember, kurz vor seinem Tod, hatte der 18-Jährige zwei Videos gepostet, in denen er kein Wort sagte - deren Botschaft aber offenbar viele Menschen bewegt. Die Kurzfilme wurden schon etwa vier Millionen Mal aufgerufen. In ihnen erzählt Breedlove seine Krankheitsgeschichte und seine Gedanken dazu mit Hilfe kleiner Karten, die er in die Kamera hält. Unterlegt sind die Videos mit der Melodie des "Tears for Fears"-Klassikers "Mad World" in der Version von Gary Jules.

"Hallo, ich bin Ben Breedlove", heißt die erste Karte. Dann beschreibt der Teenager seine Krankheit, und wie er bereits als Vierjähriger beinahe gestorben wäre - seine erste Nahtod-Erfahrung. Die zweite folgte im Sommer, als er sich einer Routine-Operation an den Mandeln unterzog. "Meine Mama und Schwester saßen im Wartezimmer. Da kam ein Pfarrer und sagte: 'Wir müssen beten.'" Breedlove hatte einen Herzstillstand erlitten. "Es war ein Wunder, dass sie mich zurückgeholt haben."


Breedlove hält die Karten ohne größere Emotionen vor die Kamera. Ab und zu lächelt er. In der zweiten Hälfte des Videos berichtet der Teenager davon, wie er dem Tod zum dritten Mal von der Schippe sprang, wie er es nennt. Am 6. Dezember sei er in der Schule ohnmächtig geworden. Als er wieder zu sich kam, sei er in einem Krankenzimmer gewesen, und die Ärzte hätten Elektroschocks vorbereitet. "Ich dachte wirklich, das war's, ich sterbe."

Dann berichtet er, wie er einen Traum oder eine Vision hatte, während die Ärzte versuchten, ihn wiederzubeleben. Er sei in einem endlosen weißen Raum gewesen, mit seinem Lieblingsrapper. Er habe sich dort vollkommen wohl gefühlt und sei stolz auf sich gewesen.

"Ich wünschte, ich wäre NIE aufgewacht", steht im Video auf einer Karte. Und dann: "Glaubst du an Engel oder Gott?" Breedlove gibt die Antwort mit der letzten Karte: "Ich tue es."

ulz

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