Verschwörungstechnisch gesehen war der 11. September 2001 ein guter Tag. Genauso ergiebig wie der Tag an dem Kennedy ermordet wurde. Oder wissen Sie noch: als Elvis starb hat das doch im Ernst auch keiner geglaubt. Von der Mondlandung ganz zu schweigen.
Und, um auf den 11. September zurückzukommen: Nicht fanatische Islamisten haben Passagierflugzeuge in die Zwillingstürme und ins Pentagon gelenkt, sondern CIA, FBI, Mossad oder irgendeine andere Geheimorganisation steckt dahinter. Suchen Sie sich jemand aus. Alles beweisbar. Das zumindest behaupten die Zweifler, die sich regelmäßig in der New Yorker Saint Marks Kirche treffen und der offiziellen Version zum 11. September keinerlei Glauben schenken wollen.
Wer hier her kommt, meint beweisen zu können, dass eigentlich alles ganz anders war. Allan Rhode ist so einer. In einer Mappe mit Klarsichthüllen trägt er mehrere Fotos des Terrorführers Osama Bin Laden mit sich rum. "Von Bin Laden", so Rhode, "gibt es viel zu viele Bilder." Seine Schlussfolgerung: Der Pate des Terrors muss einen Doppelgänger haben. "Hier ist ein gutes Beispiel für die vielen Bin Ladens", sagt er und zeigt stolz auf zwei Bilder des bärtigen Qaida-Mannes in seiner Mappe. "Es ist so wie mit den beiden Oswalds. Bei der Ermordung von John F. Kennedy hatten wir auch mehrere Oswalds. Eindeutig, dies sind nicht dieselben beiden Personen."
Angebliche Beweise finden sich auch im Internet. Über elf Millionen Menschen klickten seit April auf die Seite www.loosechange911.com. Zu sehen gibt dort einen in MTV-Art geschnitten Film, der Fragen stellt. Und sie auch vermeintlich schlüssig beantwortet. Beispiele gefällig? Warum fielen die Türme in sich zusammen? Sprengstoff im Keller! Und warum gibt es keine Bilder vom Einschlag der Maschine im Pentagon? Es war eine Rakete! Warum fanden sich an der Absturzstelle des Fluges "United 93" in Shanksville, Pennsylvania, so wenig Wrackteile? Weil der Flug vorher sicher in Cleveland landete!
Thomas Heise
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