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Afghanistan Ex-König Zahir Schah ist tot

Der frühere König Afghanistans, Zahir Schah, ist im Alter von 92 Jahren in Kabul gestorben. Er war 1973 ins Exil geflohen. Vor fünf Jahren erhielt er in seinem Heimatland den repräsentativen Titel "Vater der Nation".

Kabul - "Der Vater der Nation ist heute früh gestorben." Mit diesen Worten bestätigte ein Mitglied der afghanischen Regierung heute den Tod Zahir Schahs, der das Land von 1933 bis 1973 regiert hatte.

Zahir Schah, hier auf einem Archivfoto aus dem Jahr 2002
REUTERS

Zahir Schah, hier auf einem Archivfoto aus dem Jahr 2002

Er sei bereits einen Monat lang krank gewesen, sagte ein Palastvertreter. Der ehemalige Monarch sei im Bett gestorben. Das afghanische Fernsehen unterbrach seine Sendungen und eine schwarz gekleidete Sprecherin verkündete den Tod des ehemaligen Monarchen. Daraufhin wurden Gebete und Verse aus dem Koran übertragen.

Der Ex-König stammte von einer langen Reihe paschtunischer Herrscher ab und war entfernt mit Präsident Hamid Karzai verwandt. Seine Herrschaft galt als eine der friedlichsten Zeiten der afghanischen Geschichte. Geboren wurde Zahir Schah 1914 in Kabul. Er wurde teilweise in Frankreich ausgebildet und kehrte danach für eine Militärausbildung nach Kabul zurück.

Nach der Ermordung seines Vaters durch einen geisteskranken Studenten bestieg Zahir Schah 1933 den Thron, hielt sich aber die folgenden zwei Jahrzehnte weitgehend im Hintergrund und überließ die Regierung drei seiner Onkel. Erst 1953 übernahm der belesene König vollständig die Kontrolle und brachte sein Land vorsichtig auf Modernisierungskurs.

Zahir Schah setzte sich für ein Ende der Verschleierung von Frauen ein und nutzte Geld aus dem Ausland, um die mittelalterliche Infrastruktur zu verbessern. Es gelang ihm zudem, ein Gleichgewicht zwischen den rivalisierenden Interessen der Sowjetunion und westlicher Länder zu finden.

1973 wurde der König während einer Urlaubsreise in Italien von seinem Cousin und Schwager, Prinz Daud, gestürzt. Mohammed Daud wurde bei einem späteren Putsch getötet. 1979 marschierten schließlich sowjetische Truppen ins Land, um eine kommunistische Regierung zu installieren.

Im April 2002 kehrte Zahir Schah, der nach seinem Sturz im Exil in Italien gelebt hatte, in sein Heimatland zurück. "Als ich die Berge meines Landes sah, mein Volk, meine Freunde - was ist besser als das", sagte Zahir Schah kurz nach seiner Rückkehr. "Ich möchte Dinge für mein Land bewirken und ihm dienen."

Zahir Schah lebte zuletzt in Kabul, in einer Residenz innerhalb des Geländes des Präsidentenpalastes.

pad/AFP/Reuters

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