Hamburg - Mehr als 30 Jahre lang galten sie als vernichtet: die Tonbandmitschnitte des Stammheim-Verfahrens gegen Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Jan-Carl Raspe und Ulrike Meinhof. Doch bei den Recherchen zu der zweiteiligen ARD-Dokumentation "Die RAF" stießen die Autoren Stefan Aust und Helmar Büchel in Nebenräumen des Oberlandesgerichtes Stuttgart auf Teile der Bänder. Unterstützt wurden sie bei ihren Recherchen vom damaligen SPIEGEL-Korrespondenten in Stuttgart, Felix Kurz.
Es handelt sich um einmalige historische Dokumente, die zwischen Oktober 1975 und Mai 1976 während der RAF-Prozesse in Stuttgart-Stammheim aufgenommen wurden. Nach langwierigen Verhandlungen mit dem Oberlandesgericht Stuttgart und der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die zunächst auf einer Vernichtung der Tondokumente bestanden hatten, wurden die Bänder schließlich in Kopie über das Staatsarchiv Ludwigsburg an die Dokumentarfilmer herausgegeben.
Es geht um 21 Bänder mit etwa zwölf Stunden von Mitschnitten aus dem Gerichtssaal, deren eigentlich vorgesehene Löschung nach dem Abschreiben vergessen worden war. Zu hören sind die Angeklagten Baader, Meinhof, Ensslin und Raspe sowie Anwälte, Richter und Staatsanwälte.
Für die Veröffentlichung in der ARD-Dokumentation über die Geschichte der RAF (produziert von SPIEGEL TV im Auftrag des NDR) mussten die Autoren die schriftliche Genehmigung der noch lebenden Prozessteilnehmer einholen. Ausschnitte aus der zweiteiligen Dokumentation zeigt SPIEGEL ONLINE:
Die Mitschnitte zum Anhören:
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