Zeitumstellung Ab sofort gilt Sommerzeit

Achtung, Zeitumstellung: Die Sommerzeit hat begonnen, deshalb war die Nacht von Samstag auf Sonntag eine Stunde kürzer.

Uhren von 2 auf 3 Uhr vorgestellt
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Uhren von 2 auf 3 Uhr vorgestellt


In der Nacht war es wieder soweit: die Umstellung von Winterzeit auf Sommerzeit. Um 2 Uhr wurden die Uhren um eine Stunde auf 3 Uhr vorgestellt. Die Nacht war damit um eine Stunde verkürzt.

Die Folgen: Morgens bleibt es länger dunkel, abends länger hell. Für viele Menschen ist die Zeitumstellung eine leidige Pflicht, 74 Prozent der Deutschen halten sie einer Umfrage der Krankenkasse DAK-Gesundheit für überflüssig. Vor allem in der Woche nach der Zeitumstellung sind die Menschen insgesamt erst einmal deutlich unzufriedener, wie Experten der Universität Erlangen-Nürnberg herausgefunden haben.

Die Sommerzeit wurde in Deutschland 1980 wieder eingeführt - und zwar aus Gründen der Energieeinsparung. Die Überlegung: Wenn sich der Tag um eine Stunde nach vorne "verschiebt", wird weniger Beleuchtung und damit weniger Strom verbraucht.

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Sommerzeit abschaffen?

Alle Jahre wieder wird an der Uhr gedreht. Einmal im Frühjahr, einmal im Herbst. Ein Nutzen lässt sich kaum nachweisen, stattdessen kämpfen Mensch und Tier wochenlang mit einem Mini-Jetlag. Sollte man die Sommerzeit dann nicht einfach abschaffen?

Nach Ansicht von Kritikern sind allerdings dadurch entstehende Energiespareffekte kaum nachweisbar. So wird laut Umweltbundesamt (UBA) abends zwar weniger häufig das Licht angeknipst, dafür wird aber im Frühjahr und Herbst in den Morgenstunden mehr geheizt, sodass sich der Effekt aufhebt.

Grundlage für die Zeitumstellung ist seit 1996 eine EU-weite Regelung. Danach beginnt die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) in allen Mitgliedstaaten jeweils am letzten Sonntag im März - und endet am letzten Sonntag im Oktober. Das ist in diesem Jahr der 30. Oktober.

Geschichte der Sommerzeit
Die Idee
1784 fordert einer der US-Gründerväter, Benjamin Franklin, die Menschen sollten im Sommer früher aufstehen, um abends Kerzenlicht zu sparen. Eine Zeitumstellung schlägt 1907 erstmals der englische Geschäftsmann William Willet in seiner Schrift „The Waste of Daylight“ vor.
Deutschland als Pionier
Während des Ersten Weltkriegs stellen die Deutschen vorübergehend ihre Uhren vor, um Kohlenenergie zu sparen. Die Briten ziehen bald nach. 1940 ordnen die Nazis abermals eine Zeitumstellung in Deutschland an, die 1949 von den Alliierten wieder abgeschafft wird.
Die Ölkrise
In den Siebzigerjahren belebt die Ölkrise die alte Idee des Energiesparens neu. Während ein Nachbarland nach dem anderen die Zeitumstellung beschließt, zögert die Bundesrepublik allerdings, weil sie verschiedene Zeitzonen in Ost- und West-Deutschland fürchtet. Erst ab 1980 wird auch in der Bundesrepublik sommers früher aufgestanden.
Mitteleuropäische Sommerzeit
Seit 1996 ist die Zeitumstellung für alle EU-Staaten einheitlich geregelt. Bis dahin wurden die Uhren in den europäischen Ländern zu unterschiedlichen Terminen umgestellt.

wit/AFP



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