Zeitungsbericht: "Sexy Cora" soll durch Behandlungsfehler gestorben sein

Die Erotikdarstellerin "Sexy Cora" starb an den Folgen einer Brust-OP in einer Hamburger Klinik. Laut einem Zeitungsbericht belegt ein rechtsmedizinisches Gutachten nun, dass schwerwiegende Behandlungsfehler zum Tod der 23-Jährigen führten.

Tod nach Brust-OP: "Sexy Cora" wurde falsch beatmet Fotos
DPA

Hamburg - "Das letzte Rätsel um den Tod von Carolin Wosnitza" sei nun gelöst, schreibt die "Bild"-Zeitung am Mittwoch. Laut einem abschließenden Gutachten der Hamburger Rechtsmedizin soll Ärztepfusch zum Tod der 23-Jährigen geführt haben.

Die Erotikdarstellerin und ehemalige Kandidatin der RTL-II-Sendung "Big Brother" war am 20. Januar dieses Jahres an den Folgen einer Brustvergrößerung verstorben. Das Blatt nennt drei Gründe, warum die junge Frau nach der Operation ins Koma fiel und starb. Demnach soll der Herzstillstand durch einen Fehler der Anästhesistin bei der Beatmung hervorgerufen worden sein. Auch bei der Reanimation der Patientin habe das medizinische Personal der Hamburger Alster-Klinik Fehler gemacht. Die beschuldigte Klinik hatte den Vorwurf eines Behandlungsfehlers stets zurückgewiesen.

Die Hamburger Rechtsmedizin am UKE Eppendorf wollte sich am Mittwoch auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE nicht zu dem Bericht äußern. Auch der Hamburger Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers wollte sich zu den Ergebnissen des Gutachtens nicht äußern. Er sagte der Nachrichtenagentur dapd, es handele sich um die Untersuchung eines Anästhesie-Sachverständigen, die der Anklagebehörde seit Mitte September vorliege. Der Gutachter sei Ende Juli beauftragt worden.

Das Gutachten liege den Anwälten der beschuldigten Mediziner ebenso vor wie der Nebenklage, so Möllers. Die Anästhesistin und der Chirurg hätten bis Ende des Monats die Gelegenheit zur Stellungnahme. "Erst danach werden wir eine abschließende Bewertung vornehmen", sagte der Oberstaatsanwalt.

Carolin Wosnitza hatte am 11. Januar einen Herzstillstand erlitten und lag danach zunächst im künstlichen Koma auf der Intensivstation im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE). Neun Tage später starb sie. Die Pornodarstellerin hatte vor dem Eingriff bereits fünf vergleichbare Brustvergrößerungen vornehmen lassen.

Die Staatsanwaltschaft dehnte ihre Ermittlungen auf den Straftatbestand der fahrlässigen Tötung aus, nachdem sie zuvor bereits wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt hatte. Die Untersuchungen richten sich gegen eine zur Tatzeit 54-jährige Anästhesistin und einen 49-jährigen Chirurgen. Bei einer Verurteilung drohen den Ärzten bis zu drei Jahre Haft.

ala/dapd

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