Schneefall in den Alpen Zermatt weiter von Außenwelt abgeschnitten

Tausende Urlauber sitzen wegen Schneemassen seit zwei Tagen in Zermatt in der Schweiz fest - und müssen sich weiter gedulden. Eine erste Hoffnung hat sich zerschlagen.

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Dichtes Schneetreiben, Nebel, Lawinengefahr: Der Schweizer Wintersportort Zermatt ist deshalb seit zwei Tagen weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Straßen sind nicht passierbar, der Bahnverkehr ist lahmgelegt. Deshalb sitzend rund 13.000 Urlauber fest und müssen - anders als zuvor angekündigt - vermutlich noch weiter ausharren.

Die ersten Züge sollten eigentlich wieder ab 11.15 Uhr rollen, hatten eine Sprecherin der Gemeinde am Morgen angekündigt. Das Wetter habe sich gebessert. Man sei bei klarem Himmel und Sonnenschein aufgewacht. Wenig später hieß es dann jedoch, die Bahnlinie von und nach Zermatt werde doch nicht wie geplant geöffnet.

Bei Räumungsarbeiten seien größere Schneemassen als erwartet vorgefunden worden, teilte die Matterhorn-Gotthard-Bahn mit. Die Strecke bleibe bis auf Weiteres geschlossen. "Die Schneemassen stammen von einer Lawine aus den Vortagen und waren beim vorherigen Erkundungsflug mit dem Helikopter nicht zu erkennen", hieß es bei Twitter.

Bahn soll am Nachmittag wieder fahren

"Es gibt mehr Schnee wegzuräumen, als man nach den Überflügen mit dem Helikopter angenommen hat", sagte ein Sprecher laut einem Bericht des Schweizer Magazins "20min." Danach müsse man die Fahrleitungen auf der Strecke kontrollieren. Nach einer erneuten Lagebeurteilung im Laufe des Tages werde entschieden, wann der Zug wieder fahren könne.

"Wir sind aber zuversichtlich, dass die Bahnverbindung im Verlauf des Nachmittags wieder ihren Betrieb aufnehmen kann", sagt Christian Ziörjen von Zermatt Tourismus in dem Bericht. Zermatt ist seit Montag ebenso wie andere Orte im Wallis nicht mehr erreichbar. Die Zufahrtstraße und die Bahnlinie nach Zermatt mussten wegen akuter Lawinengefahr geschlossen werden. Im Saas-Tal sitzen weitere 2000 Feriengäste fest.

Einige Dutzend Urlauber waren am Dienstag über eine Luftbrücke per Hubschrauber ausgeflogen worden. Die Flugverbindung sollte auch am Mittwoch so lange angeboten werden, bis die Bahn wieder fährt, heißt es von der Bahn bei Twitter.

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Schneemassen in Zermatt: Von der Außenwelt abgeschnitten

Die meisten Gäste harren nach Angaben der Gemeinde aber aus und warten darauf, dass die Skipisten wieder geöffnet werden. Neben Zermatt sind noch weitere Dörfer in der Region von der Außenwelt abgeschnitten. Rund 20 Bewohner haben sicherheitshalber ihre Häuser verlassen. Für die Kinder fällt die Schule aus.

Schneehöhe erreicht in Italien Maximalwerte

Auch in Italien hat das Winterwetter den Verkehr teilweise lahmgelegt. In den italienischen Alpen wurden zahlreiche Straßen wegen Lawinengefahr gesperrt. Im Wintersportort Sestriere in Piemont hatte bereits in der Nacht zum Dienstag eine Lawine ein Ferienhaus verschüttet. Verletzt wurde aber niemand. Die Schulen blieben am Mittwoch geschlossen.

Im Aostatal hatte man gebietsweise die höchste Lawinenwarnstufe 5 verhängt. Für Mittwoch wurde sie in der ganzen Region auf 4 gesetzt. Im Aostatal sollte am Mittwoch eine Straße zwischen den Orten Breuil-Cervinia und Valtournenche wieder geöffnet werden, die wegen der Lawinengefahr am Montag geschlossen worden war. In dem Ort saßen zahlreiche Touristen fest.

In Südtirol war so viel Schnee wie seit Langem nicht mehr gefallen. 80 bis 130 Zentimeter seien "historische Maximalwerte" auf 2000 Metern, hieß es im Lawinenlagebericht. Da die Temperaturen zurückgegangen seien und es weniger Wind gebe, könne der Schnee sich wieder verfestigen. Die Lawinenwarnstufe blieb auf 3. Gewarnt wurde insbesondere vor Gleitschneelawinen, die sich auf steilen Sonnenhängen mit Grasuntergrund lösen können.

Video: Schneechaos in den Alpen

fok/dpa/AFP



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