Umstrittene Lebensbedingungen Haltung der Elefanten im Zoo Hannover wird überprüft

Tierschützer erhoben Vorwürfe gegen den Zoo Hannover: Pfleger sollen Elefanten misshandelt haben. Der Zoo widerspricht, nun geben Experten ihre Einschätzung ab. Doch die Auswahl der Gutachter wird kritisiert.

Elefanten im Erlebniszoo Hannover (Archiv)
AP/dpa

Elefanten im Erlebniszoo Hannover (Archiv)


Im Zoo von Hannover sollen Gutachter im Auftrag der Staatsanwaltschaft überprüfen, ob die Elefanten dort ordnungsgemäß gehalten werden. Es seien mehrere Gutachter beauftragt worden, sagte Staatsanwältin Kathrin Söfker. Unter den Sachverständigen sind der Osnabrücker Zoodirektor Michael Böer und Hansjoachim Hackbarth von der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Die Tierrechtsorganisation Peta hatte Zoopflegern vorgeworfen, die Elefanten mit Haken und Peitschen zu Kunststücken zu animieren und sie so zu misshandeln. Anfang April zeigte Peta die Zoo-Verantwortlichen wegen Tierquälerei an. Der Zoo weist die Vorwürfe zurück.

Nun kritisiert Peta die Auswahl der Gutachter. Böer habe jahrelang im Zoo Hannover gearbeitet und Hackbarth habe in der Vergangenheit die Tierhaltung bei Circus Krone gelobt, teilte Peta mit.

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Elefantenbabys: "Mäuschen", "Dickerchen", "Kleine"

"Es gibt keinen Anlass, an der Unparteilichkeit und Fachkenntnis der Gutachter zu zweifeln", widersprach die Staatsanwältin. Zudem werde auch das Veterinäramt noch Stellung in dem Fall nehmen. Von den Gutachtern lägen noch nicht alle Einschätzungen vor. Bis das Verfahren abgeschlossen ist, kann es laut Söfker noch einige Wochen dauern.

Dass die Staatsanwaltschaft in solchen Fällen einen oder mehrere Gutachter einschaltet, ist ein normales Vorgehen. "Es findet dann eine gutachterliche Prüfung statt, ob das Tierwohl objektiv gefährdet ist", erläuterte Anwalt Kolja Mertens, der auf Tierschutzrecht spezialisiert ist. Es gehe um eine möglichst neutrale Bewertung und vor allem bei Zootieren wie Elefanten sei spezielles Wissen erforderlich, um deren Haltung beurteilen zu können.

Im Video: Heimliche Aufnahmen im Erlebniszoo Hannover

PETA Deutschland e.V.

Der Zoo Hannover hatte im Mai auch eine eigene Initiative angekündigt. Elefantenexperten der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) sollen sämtliche Aspekte der Haltung, des Trainings und der Ausbildung der Mitarbeiter betrachten. "Die Experten suchen noch nach einem Termin. Es ist ein Gremium aus internationalen Spezialisten", sagte Zoo-Sprecherin Simone Hagenmeyer.

wit/dpa



insgesamt 15 Beiträge
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herm16 08.06.2017
1. was soll
das jetzt wieder? Junge Damen von Peta, die eine Kuh nur von der Weite kennen, beschäftigen wieder die Gerichte, wichtige Prozesse bleiben liegen. Ich hab so langsam die Schnauze voll von Tierschützern, Umweltaktivisten, Umweltverbänden, die alle nur ein Ziel haben, an Spenden zu kommen. Liebe Mitbürger, geht arbeiten z. B. auf den Bauernhof, in Fabriken und lernt das Leben kennen
nun_gut 08.06.2017
2. @herm16: so ein Blödsinn
Zitat von herm16das jetzt wieder? Junge Damen von Peta, die eine Kuh nur von der Weite kennen, beschäftigen wieder die Gerichte, wichtige Prozesse bleiben liegen. Ich hab so langsam die Schnauze voll von Tierschützern, Umweltaktivisten, Umweltverbänden, die alle nur ein Ziel haben, an Spenden zu kommen. Liebe Mitbürger, geht arbeiten z. B. auf den Bauernhof, in Fabriken und lernt das Leben kennen
Einen ignoranteren, flacheren, dümmeren und von Unkenntnis der Arbeit von PeTA (dort arbeiten nicht nur "Junge Damen", sondern u.a. auch gestandene, sachkundige Juristen) und Umweltverbänden zeugenden Beitrag als denjenigen von herm16 kann ich mir schwerlich vorstellen. Auf Einzelheiten dieses Quatschkbeitrags einzugehen ist vergebliche Mühe, weil jede Behauptung des Beitrag aus der Luft gegriffen oder schlicht Unfug ist.
Stonemason 08.06.2017
3.
Man kann von PETA halten was man möchte, die Bilder stehen doch für sich. Elefanten sind nicht für unsere Belustigung geboren und sie zu misshandeln um ihnen überflüssige Tricks beizubringen, ist sadistisch. Der Herr möge sie dafür strafen. Doch hoffentlich kommt ihm der Gesetzgeber zuvor!
epigone 08.06.2017
4. Ideologen und Glaubenskrieger wohin das Auge schaut!
Schwer noch erträglich, Debatten in Deutschland! Kaum jemand, der nüchtern und faktenorientiert erst mal die Sachebene klärt, gleich gehts immer aufs Ganze, Gut oder Böse, richtig oder falsch, edelmütig oder verworfen! Wenn wir alle weiter miteinander so inquisitorisch umgehen, dann ists in nicht allzuferner Zukunft gänzlich vorbei mit dem gesellschaftlichen Frieden! So könnte man den Zoos durchaus auch ein veritables Interesse an Tierschutz attestieren, immerhin werden dutzende von extrem gefährdeten Tierarten in Zoos noch bewahrt und immerhin arbeiten Zoos auch z.T. intensiv beim Artenschutz, bei der Nachzucht und Auswilderung mit. Und sie schaffen ein Bewußtsein bei der Bevölkerung für die Existenz und Schutzwürdigkeit vieler Tiere, das in den Ursprungsländern oftmals gar nicht existiert. In der Sache will und kann ich gar nicht urteilen, möchte nur anmerken, dass das Leben in "freier" Wildbahn weiß Gott auch kein Vergnügen ist. Zwar leben Elephanten angeblich in Freiheit länger, angesichts der in den letzten Jahren extrem rasch voranschreitenden Ausrottung des afrikanischen Elephanten durch Wilderer und Landwirtschaft erscheint diese Aussage aber eher unvollständig/falsch zu sein. Gorillas werden frei jedenfals 35 - 40 Jahre alt, in menschlicher Obhut 50 - 55 Jahre. Was für ein Tier dann besser ist, Lebenserwartung oder "Freiheit" (=täglicher Überlebenskampf) mag jeder selbst einschätzen.
halbtagsgott 08.06.2017
5. Tier"schützer"? SPON lernt es nie
Peta ist KEINE Tier'schutz'organisation, es sind Tier'rechtler'. Auf diesen bedeutenden Unterschied bestehen sie selbst. Tier'rechtler' wollen Tieren dieselben Rechte wie Menschen geben, sind also gegen jede(!) Tiernutzung & -haltung; egal ob Ziege im Zoo, Schwein im Stall, Kuh auf der Weide, Biene beim Imker, Pferd unterm Hintern, Suchhund bei der Bergwacht, Miezekatze auf dem Sofa,... die Zooproteste haben nur den einen Zweck: Tierhaltung Stück für Stück zu stigmatisieren. Warum kann die SPON-Redaktion nicht über diesen Background berichten, zumindest aber die richtige Bezeichnung für diese Orgnisation wählen?!
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