Zugtoiletten-Urteil Bahn muss Schmerzensgeld zahlen

Weil in einem ICE fast alle Toiletten geschlossen waren, muss die Bahn nun an einen Reisenden Schmerzensgeld zahlen. Ein Frankfurter Gericht verurteilte das Unternehmen zu 300 Euro.


ICE: Wohlbefinden beeinträchtigt
DDP

ICE: Wohlbefinden beeinträchtigt

Frankfurt am Main - Ein Jurist aus München hatte gegen die Bahn AG geklagt, nachdem bei einer Reise nach Dresden im Sommer 2000 in einem voll besetzten ICE nicht ausreichend Toiletten zur Verfügung standen. Wegen Wassermangels war in dem Schnellzug nur eine Toilette geöffnet, die anderen waren nicht zugänglich.

Das Amtsgericht Frankfurt sah darin einen Organisationsfehler der Bahn. Es sei offenbar vergessen worden, Wasser für die Versorgung der Toiletten aufzufüllen, hieß es. Dadurch sei das körperliche Wohlbefinden des Reisenden beeinträchtigt worden, weil er zwei Stunden lang seinem Bedürfnis nicht habe nachkommen können. Für den Toiletten-Notstand muss die Bahn 300 Euro Schmerzensgeld zahlen.

(Az: 32 C 261/01-84)



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.