Zugunglück in Mannheim Gleise am Hauptbahnhof freigeräumt

Nach dem Zusammenstoß zweier Züge sind am Mannheimer Hauptbahnhof die Gleise freigeräumt worden. Die Reparaturarbeiten werden jedoch noch für einige Tage den Bahnverkehr behindern. Die Ermittlungen zur Unglücksursache haben begonnen. 

Kran hebt Lok an: Aufräumarbeiten am Mannheimer Hauptbahnhof
DPA

Kran hebt Lok an: Aufräumarbeiten am Mannheimer Hauptbahnhof


Mannheim - Arbeiter haben nach dem Zugunglück am Mannheimer Hauptbahnhof die Gleise freigeräumt. "Die Bergungsarbeiten waren gegen 1 Uhr morgens abgeschlossen", sagte eine Sprecherin der Bahn am frühen Montagmorgen. Wann der Betrieb wieder reibungslos laufe, sei noch unklar, sagte die Sprecherin. Schon jetzt sei aber absehbar, dass unter anderem an den Oberleitungen erhebliche Schäden entstanden seien.

"Die Reparaturarbeiten werden voraussichtlich bis Anfang kommender Woche dauern. Bis dahin müssen sich Reisende noch auf geringfügige Einschränkungen im Zugverkehr rund um den Mannheimer Hauptbahnhof einstellen", hieß es bei der Bahn. An dem Bahnhof in Mannheim mit zehn Gleisen - einem zentralen Knotenpunkt vor allem im Fernverkehr quer durch Deutschland - kam es am Wochenende zu Verspätungen.

Ein Güterzug hatte am Freitag einen Eurocity mit 250 Passagieren gerammt, zwei Waggons mit 110 Menschen kippten um. Der Güterzug hatte auch gefährliche Chemikalien geladen. Laut Bundespolizei wurden vier Menschen schwer verletzt, 14 Personen kamen in Krankenhäuser. Lebensgefahr bestand bei keinem der Beteiligten.

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Zugunglück in Mannheim: Räumen, aufrichten, abschleppen
Experten der Bundespolizei und der Unfalluntersuchungsstelle des Bundes sicherten am Wochenende Spuren. Die Spezialisten beschäftigt vor allem die Frage, warum der Güterzug den Eurocity seitlich rammte.

Möglicherweise könnte eine Weiche eine Rolle gespielt haben - das werde untersucht, hieß es bei der Bundespolizei. Die Bahn-Spezialisten überprüften unter anderem den Betriebsablauf. Außerdem müsse untersucht werden, ob die Signale und Fahrzeuge richtig funktionierten, sagte eine Sprecherin der Untersuchungsstelle des Bundes. Ob der Lokführer des Güterzugs zum Bremsen aufgefordert worden war, konnte am Sonntag niemand sagen.

Weil das Tempo der beiden Züge bei der Fahrt in den Hauptbahnhof gedrosselt gewesen war, lief der Unfall noch recht glimpflich ab. Fünf der neun Wagen des Eurocitys, der von Graz nach Saarbrücken wollte, entgleisten laut Bahn, zwei davon stürzten um. Der Güterzug auf dem Weg von Duisburg nach Ungarn hatte laut Bundespolizei zwei Gefahrgut-Container geladen. Diese seien aber nicht beschädigt worden.

ulz/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
jonas4711 04.08.2014
1. hat man
schon mal überlegt, ob es auch an den inzwischen an vielen Stellen verrotteten bahnanlagen liegen könnte? würde mich nicht mehr wundern....
Hans58 04.08.2014
2.
Zitat von jonas4711schon mal überlegt, ob es auch an den inzwischen an vielen Stellen verrotteten bahnanlagen liegen könnte? würde mich nicht mehr wundern....
Mich hätte es gewundert, wenn ein solcher Beitrag nicht einer der ersten hier gewesen wäre.
dig 04.08.2014
3.
Zitat von jonas4711schon mal überlegt, ob es auch an den inzwischen an vielen Stellen verrotteten bahnanlagen liegen könnte? würde mich nicht mehr wundern....
Man überlegt nicht - man ermittelt! Sie spekulieren nur, oder haben Sie konkrete Anhaltspunkte?
DonCarlos 04.08.2014
4. Nur es sind nicht die verrotteten Anlagen.
Zitat von Hans58Mich hätte es gewundert, wenn ein solcher Beitrag nicht einer der ersten hier gewesen wäre.
Bei der DB AG braucht man sich gar nicht zu wundern. Der Unfall von Hordorf war auch nicht verrotteten Anlagen geschuldet sonder dem Sparwahn der DB AG. http://de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnunfall_von_Hordorf Hier hat man schlicht eine vorher vorhandene Schutzweiche ausgebaut, die genau für den Fall, dass es zu einem menschlichen Versagen kommt den Zug in den Acker lenkt. Der Ausbau von Schutzweichen war und ist kriminell. Genauso wie der Bau des schiefen Bahnhofs in Stuttgart. Ein Mitarbeiter hat genau das gesagt: "Diese Neigung im Bahnhofsbereich ist kriminell." DB AG hat ihn natürlich gleich entlassen. Er hat dagegen geklagt, weil die Aussage nicht falsch ist. Die geplante Schräge im Bahnsteigbereich liegt mit 1,5 % beim 6-fachen des eigentlich zulässigen. Aussage DB AG zur Sicherheit im geplanten Bahnhof: "Die Zugführer müssen nur vorschriftsmäßig die Bremse anlegen." Dämlich nur, dass die Vorschrift genau für den Fall gedacht war, dass ein Mensch Fehler macht.
Indigo76 04.08.2014
5.
Zitat von DonCarlosBei der DB AG braucht man sich gar nicht zu wundern. Der Unfall von Hordorf war auch nicht verrotteten Anlagen geschuldet sonder dem Sparwahn der DB AG. http://de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnunfall_von_Hordorf Hier hat man schlicht eine vorher vorhandene Schutzweiche ausgebaut, die genau für den Fall, dass es zu einem menschlichen Versagen kommt den Zug in den Acker lenkt. Der Ausbau von Schutzweichen war und ist kriminell. Genauso wie der Bau des schiefen Bahnhofs in Stuttgart. Ein Mitarbeiter hat genau das gesagt: "Diese Neigung im Bahnhofsbereich ist kriminell." DB AG hat ihn natürlich gleich entlassen. Er hat dagegen geklagt, weil die Aussage nicht falsch ist. Die geplante Schräge im Bahnsteigbereich liegt mit 1,5 % beim 6-fachen des eigentlich zulässigen. Aussage DB AG zur Sicherheit im geplanten Bahnhof: "Die Zugführer müssen nur vorschriftsmäßig die Bremse anlegen." Dämlich nur, dass die Vorschrift genau für den Fall gedacht war, dass ein Mensch Fehler macht.
Sparwahn? Vor nicht all zu langer Zeit, war die Bahn ein staatliches Unternehmen. Wenn es nicht wirtschaftlich arbeitete, dann sprang der Staat ein und zahlte die Differenzen. Diese Zeiten sind vorbei. Wenn die Bahn kein Geld einnimmt, kann sie auch nichts investieren. Wenn die Bahn es aber wagt, Geld zu verlangen, um Leute von A nach B zu befördern, dann ist das Geschrei los. Das Problem ist nicht der Sparwahn der Bahn, sondern der Sparwahn der Bahnkunden. Reguläre Fahrkarten werden nicht mehr gekauft, Billigkarten werden verlangt. Und dann kommt jemand wie sie und trollt rum.
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