Zusammenstoß mit Bus Neun Tote bei Zugunglück in Argentinien

Im Berufsverkehr von Buenos Aires ist es zu einem Zusammenstoß zwischen einem Bus und zwei Zügen gekommen. Mindestens neun Menschen starben bei dem Unglück in der argentinischen Hauptstadt, mehr als 200 wurden verletzt.

Zugunglück in Buenos Aires: Mindestens neun Tote, mehr als 200 Verletzte
AFP

Zugunglück in Buenos Aires: Mindestens neun Tote, mehr als 200 Verletzte


Buenos Aires - Der Unfall ereignete sich gegen 6.15 Uhr Ortszeit: Beim Zusammenstoß zweier Züge mit einem Bus sind am Dienstag in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires neun Menschen getötet worden. 212 Menschen wurden nach Behördenangaben bei dem Unfall an einem Bahnübergang im morgendlichen Berufsverkehr verletzt, viele davon schwer. Die Verletzten wurden mit Hubschraubern und Rettungswagen abtransportiert und auf sieben Krankenhäuser in und um Buenos Airesverteilt.

Der Busfahrer fuhr nach offiziellen Angaben an den Schranken vorbei auf die Schienen und kollidierte dort mit einem einfahrenden Zug. Dieser sprang aus den Schienen und stieß mit einem weiteren Zug zusammen, der gerade aus dem Bahnhof heraus fahren wollte. Der Bus wurde gegen eine Plattform gequetscht, der Fahrer starb. Die meisten Todesopfer befanden sich im Bus.

Die Rettungskräfte konnten einen der Lokführer mit Beinbrüchen erst nach zwei Stunden aus den Trümmern befreien. Unter den Verletzten seien Menschen gewesen, die sich auf dem Bahnsteig befanden, sagte der Chef des Feuerwehreinsatzes - darunter auch viele Kinder. Der Unfall ereignete sich zu einer Zeit, wenn viele Eltern ihre Kinder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule bringen.

Die Schranken haben nach ersten Erkenntnissen der Behörden offenbar einwandfrei funktioniert. Augenzeugen berichteten dagegen, dass sich eine der Schranken nur halb herabsenkte. Auf einem Video war zu sehen, wie der Bus trotz eines Warnsignals unter der Schranke hindurch auf die Schienen fuhr.

Schauplatz des Unfalls war das dicht besiedelte Viertel Flores. Da in Buenos Aires zahlreiche Gebäude nahe an die ebenerdigen Schienen heranreichen, können Autofahrer herannahende Züge oftmals erst spät sehen.Die Kollision ereignete sich auf der Linie Sarmiento, die den Vorort Moreno mit der Station Once im Zentrum der argentinischen Hauptstadt verbindet. Die Linie verfügt über mehr Bahnübergänge als jede andere in Buenos Aires. Pläne, die Schienen in einen unterirdischen Tunnel zu verlegen, werden seit mehr als zehn Jahren immer wieder aufgeschoben.

wit/dpa/dapd



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