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EgyptAir-Maschine auf Zypern: Entführer verhandelt mit Behörden

REUTERS

Ein entführtes ägyptisches Flugzeug ist auf Zypern gelandet. Es war ursprünglich auf dem Weg von Alexandria nach Kairo. Inzwischen haben Dutzende Insassen die Maschine verlassen können.


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Ein Airbus der ägyptischen Gesellschaft EgyptAir ist auf einem Inlandsflug entführt worden und auf dem Flughafen der zyprischen Hafenstadt Larnaka gelandet. Das zivile Luftfahrtministerium in Kairo bestätigte am Morgen entsprechende Berichte des staatlichen zyprischen Rundfunks (RIK).

Nach Angaben des ägyptischen Ministeriums soll ein Entführer damit gedroht haben, einen Sprengstoffgürtel zu zünden. Ein Sprecher des zyprischen Außenministeriums konnte nicht bestätigen, dass der Entführer tatsächlich Sprengstoff bei sich hat.

Zur Zahl der Insassen der Maschine gab es unterschiedliche Angaben. Die staatliche Nachrichtenagentur CNA sprach von 55 Passagieren und sieben Besatzungsmitgliedern, das ägyptische Ministerium sprach von 81 Insassen.

Zypern habe einen Krisenstab gebildet und Kontakt zu den ägyptischen Behörden aufgenommen, berichtete das zyprische Staatsfernsehen. Der Airbus mit der Flugnummer MS181 sei am Morgen von Alexandria in Ägypten aus nach Kairo gestartet.

Die Piloten des Flugzeugs sollen nach Informationen des Staatsfernsehens Kontakt mit den Fluglotsen in Larnaka aufgenommen und eine außerplanmäßige Landung wegen einer Entführung beantragt haben.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Maschine im zyprischen Flugkontrollraum (Flight Information Region - FIR). Die Maschine sei um 08.46 Uhr Ortszeit (07.46 Uhr MESZ) auf dem Flughafen von Larnaka gelandet.

Ein Entführer hätte dort zunächst angekündigt, dass Frauen und Kinder ägyptischer Abstammung aussteigen sollten, berichtete der Sender unter Berufung auf die Regierung des Landes. Auf Liveaufnahmen des zyprischen Staatsfernsehens war zu sehen, wie Dutzende Menschen über eine Treppe aus der vorderen Tür des Flugzeugs aussteigen konnten.

Die Passagiere hatten zum Teil Handgepäck dabei und wurden mit einem Bus zum Flughafengebäude gebracht. Reporter berichteten auf dem Flughafen von Larnaka übereinstimmend, mindestens 50 Menschen seien ausgestiegen.

Laut EgyptAir sind nach Verhandlungen inzwischen alle ägyptischen Passagiere freigelassen worden. Die Crew und vier oder fünf Ausländer würden allerdings noch festgehalten. Im Flugzeug sollen auch zwei Erzbischöfe des Griechisch-Orthodoxen Patriarchats von Alexandria gewesen sein. Auch sie wurden freigelassen.

Hintergrund der Tat könnte Medienberichten zufolge eine enttäuschte Liebe sein. Nach Angaben des griechischen Senders "Skai TV" wird derzeit eine Frau aus Zypern unter Polizeischutz zum Flughafen gebracht. Sie soll dort Kontakt zu dem Entführer aufnehmen.

Bei dem Entführer soll es sich nach Angaben der staatlichen ägyptischen Nachrichtenagentur um einen ägyptischen Staatsbürger handeln. Das zyprische Staatsfernsehen berichtete, der Mann wolle seiner Ex-Frau eine Nachricht überbringen. Sie soll aus Zypern stammen. Offenbar forderte der Entführer in der Zwischenzeit auch politisches Asyl und einen Übersetzer, wie der staatliche Rundfunk berichtet.

Der Flughafen von Larnaka wurde geschlossen. Alle Flüge wurden zum Flughafen von Paphos umgeleitet, wie die zyprischen Behörden mitteilten.

Flugroute der entführten EgyptAir-Maschine

Quelle: Flightradar24; Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL)

wit/brk/dpa/Reuters/AP/AFP

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