Anfang November vor einem Jahr bekam Frank Wehrmeister, Leiter eines Beruflichen Schulzentrums im sächsischen Freiberg, eine Mail. Sie stammte aus dem Büro des frisch gewählten AfD-Abgeordneten Heiko Heßenkemper. Der hatte sie an einen Gemeinschaftskundelehrer der Schule geschickt, welcher sie weiterleitete.

Besagter Lehrer wollte mit einer Klasse angehender Immobilienkaufleute nach Berlin fahren und sich den Bundestag anschauen. Heßenkemper lud ihn und die Schüler ein. Jeder Abgeordnete darf übers Jahr verteilt bis zu 230 Besucher empfangen, der Bundestag zahlt ihre Bahntickets in der zweiten Klasse.

Eine Schulfahrt zur AfD? Zu einem Abgeordneten, der zwar demokratisch gewählt war, aber öffentlich vor "Umvolkung", "Massenzuwanderung" und den "Perversitäten der politisch-medialen Klasse" warnt? Was würden die Schulaufsicht und die Eltern sagen? Und was die Ausbildungsbetriebe der Lehrlinge, die vom Export leben und ohnehin unter dem Image des "braunen Sachsens" leiden?

Wehrmeister

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