Navid spricht nicht viel Deutsch, es sind nur ein paar Wörter. Hallo. Tschüss. Alles gut? Wie heißt du? Ich heiße. Heroin. Methadon. Arzt. Gehen Park. Sex.

Navid ist ein junger Mann, 30 Jahre alt, braune Haare und braune Augen, in Afghanistan geboren, in Iran aufgewachsen. Er ist als Flüchtling vor gut zwei Jahren nach Deutschland gekommen. Damals wog er 70 Kilogramm. Er sah müde aus, aber gesund. Heute wiegt er 50 Kilogramm. Seine Arme stecken in einem dunkelblauen Anorak wie Stöcke.

Er hat sich bereit erklärt, über sein Leben zu sprechen. Vielleicht, weil er hofft, etwas ändern zu können, wenn er sein Leben öffentlich macht. Er möchte nur nicht, dass man seinen echten Namen erfährt und auf Fotos sein Gesicht erkennt.

Wir treffen uns in einem Café an der Turmstraße in Berlin-Mitte, eine Dolmetscherin ist dabei, Navid spricht kein Englisch, nur Persisch.

Was hast du heute gemacht?

»Geschlafen und geraucht«, sagt Navid.

Und dann?

»Wieder geschlafen, wieder geraucht. Und dann bin ich spazieren gegangen.«

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 17/2018.
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