SPIEGEL: Frau Lehmann-Hasemeyer, Sie haben 474 Börsengänge deutscher Firmen zwischen 1892 und 1913 analysiert. Ist die Situation der Kaiserzeit mit der heutigen vergleichbar?

Lehmann-Hasemeyer: Die erfolgreichen Börsengänge des 19. und frühen 20. Jahrhunderts waren zumeist in den Sektoren Chemie, Maschinenbau, Metallverarbeitung sowie im Textilsektor zu finden, in den Hauptwachstumsbranchen der deutschen Industrialisierung. Wie heute gingen damals Firmen zumeist erst dann an die Börse, wenn sie bereits eine gewisse Größe hatten, wenn klar war, dass ihr Geschäftsmodell tragfähig war. Aber auch die Finanzierung von Forschung und Entwicklung durch den Verkauf von Beteiligungen ist keineswegs erst eine Entwicklung der Gegenwart. Bereits im Kaiserreich war es möglich, mit einer völlig neuen Idee an die Börse zu gehen und dort über Aktien das nötige Kapital zu sammeln. Das konnten wir mit unserer Untersuchung erstmals deutlich zeigen.

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