Im Herbst, vor gut einem Jahr, zogen sich Statistiker und Pharmaforscher in einen abgeschotteten Raum in der Zentrale des US-Pharmariesen Lilly in Indianapolis zurück. Mithilfe eines geheimen Codes sollten die Experten die Patientendaten einer brisanten Studie entschlüsseln: Ein spezieller Antikörper war an Alzheimer-Patienten getestet worden. Würde es einen Durchbruch zu verkünden geben? Ein Medikament gegen Alzheimer, endlich?

Es wäre eine Sensation gewesen.

Der Antikörper heißt Solanezumab und kann das Eiweißstückchen Beta-Amyloid, das sich in den Gehirnen von Alzheimer-Kranken in großen Mengen anhäuft, wieder aus dem Gehirn entfernen. Die große Frage war, ob es auch den geistigen Verfall der Versuchsteilnehmer gestoppt hatte.

Die Enttäuschung kam schnell. Solanezumab, so das Ergebnis der Datenentschlüsselung in Indianapolis, war gegen die Demenz machtlos.

Der Aktienkurs von Lilly stürzte ab, mittlerweile hat das Unternehmen die Forschung an Solanezumab weitgehend eingestellt. Bald danach

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 4/2018.
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