Als Angela Merkel Mitte April ihre Fraktion im Bundestag besuchte, sprach sie nicht davon, wie sie das Rentensystem verändern will, es ging nicht um die Maut oder stinkende Diesel, und sie schimpfte auch nicht über die CSU. Sie sprach über den Augsburger Religionsfrieden aus dem Jahr 1555.

Die Kanzlerin macht derzeit häufiger Ausflüge in die Geschichte, auch als sie vor vier Wochen in der Residenz des deutschen Botschafters in Washington saß, kam sie zurück auf jenen Vertrag, der nach den blutigen Wirren der Reformation eine 60-jährige Phase des Friedens zwischen Protestanten und Katholiken einleitete. Es schien, als hätten die Menschen endlich zur Vernunft gefunden, aber das war ein Trugbild, wie sich bald herausstellte. 1618 begann ein Krieg, wie ihn der Kontinent noch nie gesehen hatte, und als das Inferno 30 Jahre später endete, waren weite Teile Deutschlands entvölkert, von vielen Städten standen nur noch die Ruinen.

Für Merkel ist der Augsburger Religionsfrieden viel mehr als ein fernes

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 23/2018.
FOTO: KAY NIETFELD / PICTURE ALLIANCE / DPA

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