"Wenn ich es noch einmal zu machen hätte, würde ich mit der Kultur beginnen", dieses zumindest leise Bedauern wird Jean Monnet zugeschrieben, einem Gründervater der EU. Dass es anders angefangen hat, damals in den Fünfzigerjahren, ist bekannt. Montanunion wurde die "Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl" genannt, und war damit wohl so ziemlich das Gegenteil dessen, was Monnet mit "Kultur" bezeichnen wollte.

Legte man die fünf Reden, die Emmanuel Macron seit seinem Amtsantritt zu Europa gehalten hat, übereinander und kondensierte sie zu einer übergeordneten Aussage, dann gliche der Wunsch des einen Karlspreisträgers (Monnet, 1953) wohl dem des anderen Karlspreisträgers (Macron, 2018). Macron will nicht die Zeit zurückdrehen, aber er will, dass sie jetzt endlich beginnt: diese gemeinsame europäische Kultur. Deshalb entwirft er, immer wieder, die Vision eines starken, souveränen Europas. "Neugründung" nennt er es, was seinem Hang zu großen Worten und zur Symbolik geschuldet sein mag.

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