In den Tagen Ende Juni, als Italien seine Häfen sperrt für Rettungsboote im Mittelmeer und Ungarn beschließt, Flüchtlingshelfer mit Gefängnis zu bestrafen; als in Brüssel die Staats- und Regierungschefs tagen und ganz Europa zu zerbrechen droht am Streit um Asyl, sitzt der studierte Jurist Radboud H., ein schlaksiger, hochgewachsener Niederländer, 27 Jahre alt, im "safe room", einem kargen Verhörzimmer mit festgeschraubten Stuhlreihen und angekettetem Telefon, damit niemand wütet und mit Dingen um sich schmeißt. Er hört die Geschichte eines Mannes aus Darfur, Sudan, ebenso alt wie er.

Er sei, sagt der Sudanese, "fertig mit Europa, für immer!". Er habe genug vom "Dschungel von Calais", wo er Monate lang ausgeharrt hatte, bevor französische Polizisten das illegale Zeltlager räumten. Genug von Deutschland und Belgien, wo man ihm erst zu essen gab und seine Hoffnung nährte, um dann, gut ein Jahr später, seinen Asylantrag abzulehnen. Er wolle, sagt er, sich nicht mehr herumschubsen lassen wie

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 27/2018.
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