Im Jüdischen Museum Berlin ist neuerdings eine Kippa ausgestellt, sie ist aus Jeansstoff und gehört Adam Armoush, jenem jungen Israeli, der Mitte April in Prenzlauer Berg von einem 19-jährigen Syrer mit einem Gürtel geschlagen wurde. Nun ist die religiöse Kopfbedeckung eine Anklage: Seht her, wegen dieser Kippa wurde jemand mitten in Berlin verprügelt.

Florian, 19, Berliner Abiturient, war gerade im Urlaub in Israel, als er von der Attacke erfuhr. Er bekam einen Schreck, Prenzlauer Berg, das ist sein Viertel, da hatte er sich bislang sicher gefühlt.

Seine Kippa ist schwarz und gehäkelt, mit zwei Klammern hat er sie auf seinem roten Haarschopf festgesteckt. Florian trägt sie weiter, aber er ist vorsichtiger geworden. In der S-Bahn oder wenn er allein in anderen Bezirken unterwegs ist, setzt er sie nicht auf. Er hat Angst, er könnte angegriffen werden. Weil er Jude ist.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 30/2018.
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